ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2019Häufigkeit und Zeitpunkt von Rezidiven nach inzidentem Schlaganfall

MEDIZIN: Originalarbeit

Häufigkeit und Zeitpunkt von Rezidiven nach inzidentem Schlaganfall

Eine Analyse auf Basis von GKV-Routinedaten

The frequency and timing of recurrent stroke—an analysis of routine health insurance data

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 711-7; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0711

Stahmeyer, Jona T.; Stubenrauch, Sarah; Geyer, Siegfried; Weissenborn, Karin; Eberhard, Sveja

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Hintergrund: Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und sind einer der Hauptgründe für Behinderung und Invalidität. Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes. Schätzungen gehen jährlich von 250 000 Betroffenen aus. Die Datenlage zur Häufigkeit von Schlaganfällen, insbesondere zu Rezidiven, ist derzeit noch unzureichend. Hauptziel der vorliegenden Studie war die Ermittlung der Häufigkeit und des Zeitpunkts von Rezidiven nach inzidentem Schlaganfall.

Methode: Grundlagen der Analysen bilden die Abrechnungsdaten der AOK Niedersachsen. Über stationäre Abrechnungs- und Diagnosedaten wurden Schlaganfallerstereignisse und -rezidive identifiziert (ICD-10 I60–I64). Ermittelte Inzidenz- und Prävalenzraten wurden alters- und geschlechtsstandardisiert. Rezidiv- und Mortalitätsrisiken wurden mittels Kaplan-Meier-Analysen und Cox-Regressionen geschätzt.

Ergebnisse: Die standardisierte Inzidenz und Prävalenz lagen bei 292 beziehungsweise 336 Fällen pro 100 000 Einwohner in 2010/2011. Das Risiko eines Rezidivs belief sich auf 1,2 % nach 30 Tagen, 3,4 % nach 90 Tagen, 7,4 % nach einem Jahr und 19,4 % nach fünf Jahren. Die Mortalität nach Erstereignis lag bei 6,8 % nach 30 Tagen, 9,4 % nach 90 Tagen, 17,0 % nach einem Jahr und 45 % nach 5 Jahren. Patienten mit Blutungsereignissen hatten eine erhöhte Mortalität. Zudem war das Mortalitätsrisiko bei Versorgung in einer Stroke-Unit geringer.

Schlussfolgerung: Patienten mit akutem Schlaganfall sollten wenn möglich in spezialisierten Zentren behandelt werden. In der poststationären Schlaganfallversorgung sollte ein Augenmerk auf engmaschige Kontrollen und eine kontinuierliche Behandlung der Risikofaktoren gelegt werden.

LNSLNS

Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen in entwickelten Ländern (1). Zudem sind sie eine der Hauptursachen für Behinderung und Invalidität im Erwachsenenalter (2). Schätzungen zufolge erleiden jährlich circa 243 000–260 000 Personen einen Schlaganfall in Deutschland (3). Ermittelte Häufigkeiten variieren je nach Art und Methodik der zugrunde liegenden Studie. In einer auf GKV-Abrechnungsdaten basierten Studie wurde eine 1-Jahres-Prävalenz von 317 Fällen pro 100 000 Einwohner für das Jahr 2007 ermittelt (3); eine auf DRG-Abrechnungsdaten beruhende Studie ermittelte eine Schlaganfall-Hospitalisierungsrate von 365 Fällen pro 100 000 Einwohner im Jahr 2010 (4). Das Robert Koch-Institut hat anhand von Surveydaten eine Lebenszeitprävalenz von 2,9 % ermittelt, mit großen Unterschieden nach Geschlecht und Sozialstatus (5). Ebenso variieren die Schätzungen zur Inzidenz von Schlaganfallereignissen. Im Erlanger Schlaganfallregister wurde eine Inzidenz von 174 Fällen pro 100 000 Einwohner für die Jahre 1994–1996 ermittelt (6). Van den Bussche et al. stellten auf Basis von GKV-Abrechnungsdaten eine Inzidenz von 126 Fällen pro 100 000 Einwohner im Jahr 2006 fest (7), nach Daten der AOK lag die Inzidenz bei 266 Fällen pro 100 000 Einwohner im Jahr 2008 (8). Die Schwankungen lassen sich teilweise durch unterschiedliche methodische Herangehensweisen und Untersuchungspopulationen erklären.

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass die derzeitige Datenlage zu Häufigkeiten von Schlaganfällen, insbesondere zu Rezidiven, unzureichend ist. In der Studie von van den Bussche et al. (7) erlitten 11,2 % der Studienpopulation ein Rezidiv innerhalb von 12 Monaten. In der Patientenkohorte des Erlanger Schlaganfallregisters lag die Rezidivrate bei 15 % im zweijährigen Follow-up (9). In einer aktuellen US-amerikanischen Studie wurde ein Rezidivrisiko von 9,5 % innerhalb von 5 Jahren nach transitorisch ischämischer Attacke (TIA) oder leichtem ischämischen Infarkt ermittelt (10).

Ziel der vorliegenden Analyse war es, die Häufigkeit und den Zeitpunkt von Rezidiven nach einem erstmaligen Schlaganfall zu bestimmen. Weitere Fragestellungen waren die Analyse der Inzidenz und Prävalenz von Schlaganfallereignissen und die Berechnung der Mortalität nach inzidentem Schlaganfall.

Methoden

Die vorliegende Arbeit basiert auf GKV-Routinedaten der AOK Niedersachsen mit 2,7 Millionen Versicherten. Unter GKV-Routinedaten werden die unterschiedlichen Abrechnungsdaten der Krankenkassen zusammengefasst, die für Abrechnungszwecke erhoben werden (11). Routinedaten bieten die Möglichkeit eine Vielzahl verschiedener Analysen im Bereich der Versorgungsforschung durchzuführen (1215).

Initial wurden alle Versicherten mit einer Schlaganfalldiagnose in den Jahren 2010 und 2011 selektiert. Da es sich bei einem Schlaganfall um eine schwere Akuterkrankung handelt, die eine möglichst zeitnahe Behandlung in einer Klinik erfordert, wurden in dieser Studie ausschließlich stationäre Diagnosedaten (Schlaganfall-Hauptdiagnose) herangezogen. Die Daten wurden um vor-, nach- und teilstationäre Behandlungen sowie Verlegungen bereinigt, um eventuelle Nachbehandlungen und Verlegungen nicht fälschlicherweise als erneutes Ereignis zu klassifizieren.

Als Schlaganfallereignis wurden folgende Hauptentlassdiagnosen nach ICD-10 berücksichtigt:

  • I60 (Subarachnoidalblutung)
  • I61 (intrazerebrale Blutung)
  • I62 (sonstige nichttraumatische intrakranielle Blutung)
  • I63 (Hirninfarkt)
  • I64 (Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet).

Diese Definition eines Schlaganfallereignisses wird auch im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und anderen Studien verwendet (3, 7, 16, 17). Vereinzelt werden ergänzend auch TIA berücksichtigt (3), die jedoch im Rahmen der vorliegenden Analyse ausgeschlossen wurden.

Ein einheitliches Vorgehen zur Definition von Schlaganfallrezidiven in Routinedaten- und Registerstudien existiert bislang nicht. Je nach Studie werden unterschiedliche Kriterien angelegt oder nicht explizit berichtet. So wurde beispielsweise in einer Routinedaten basierten Studie von van den Bussche ein Mindestabstand von mehr als sieben Tagen zwischen Entlassung nach dem ersten Schlaganfallereignis und einer erneuten Aufnahme zugrunde gelegt (7). In internationalen (Register-) Studien wird überwiegend ein Mindestabstand von 21 Tagen zwischen Erstinsult und Rezidiv verwendet. Infarkte innerhalb von 21 Tagen nach Erstinsult werden nur als Rezidiv gewertet, wenn eine andere Hirnregion betroffen ist (1820). Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden diese Kriterien adaptiert:

  • Ein Rezidiv lag nur vor, wenn zwischen Aufnahme aufgrund des Erstinsults und der Aufnahme aufgrund des potenziellen Rezidivs ein Mindestabstand von 21 Tagen lag. Zudem musste der Patient nach dem Erstinsult aus der akutstationären Versorgung entlassen worden sein.
  • Infarkte innerhalb von 21 Tagen wurden nur als Rezidiv gewertet, wenn nach erfolgter Entlassung und bei erneuter Aufnahme aufgrund eines Schlaganfalls ein anderer Schlaganfalltyp nach ICD-10 vorlag oder eine andere Hirnregion betroffen war.

Bei allen Analysen wurden nur Versicherte eingeschlossen, die im relevanten Zeitraum durchgängig versichert waren. Alterseinschränkungen wurden nicht vorgenommen. Nur Personen, die im Vorbeobachtungszeitraum ab 2005 kein Schlaganfallereignis aufwiesen, wurden als inzidente Fälle klassifiziert. Im Rahmen der langfristigen Nachbeobachtung von Patienten mit inzidentem Schlaganfall wurden zudem nur Versicherte eingeschlossen, die zum Ende des Beobachtungszeitraums (12/2016) oder bis zum Ausscheiden aus der Versicherung (Tod oder Versicherungswechsel) durchgängig und ohne Lücken versichert waren. Damit beträgt der maximale Nachbeobachtungszeitraum bis zu sieben Jahre. Da sich für die Prävalenz- und Inzidenzbetrachtung somit unterschiedliche Versichertenkollektive ergeben, wurden die ermittelten Inzidenz- und Prävalenzraten entsprechend der deutschen Standardbevölkerung nach Zensus 2011 standardisiert (21). Das Schema der Versichertenselektion und die spezifischen Analysekollektive sind in Grafik 1 dargestellt.

Schema der Datenaufbereitung und Analyse
Schema der Datenaufbereitung und Analyse
Grafik 1
Schema der Datenaufbereitung und Analyse

Die Datenauswertung und Analysen wurden mit dem Statistikprogramm SPSS 25 durchgeführt. Informationen zur Studienpopulation sind deskriptiv dargestellt. Für die Bestimmung von Rezidivwahrscheinlichkeiten und der Mortalität im Zeitablauf wurden Überlebenszeitanalysen durchgeführt (Kaplan-Meier-Analysen und Cox-Regression). Es wurde ein Signifikanzniveau von p ≤ 0,05 zugrunde gelegt.

Ergebnisse

Prävalenz und Inzidenz des Schlaganfalls

In den Jahren 2010/2011 erlitten insgesamt 18 496 Versicherte einen zerebralen Erst- oder Folgeinsult. Das durchschnittliche Alter der Patienten lag bei 74 Jahren, rund die Hälfte (53 %) der Betroffenen waren Frauen. Frauen waren mit durchschnittlich 77 Jahren deutlich älter als Männer mit 71 Jahren. Von diesen Erkrankungsfällen waren 81 % Hirninfarkte (I63), 15 % waren hämorrhagischer Art (I60–I62) und 4 % waren Schlaganfälle, die nicht als Blutung oder Infarkt klassifiziert wurden (I64). Die standardisierte 1-Jahres-Prävalenz lag bei 336 Fällen pro 100 000 Einwohner in den Jahren 2010/2011 (336 Fälle pro 100 000 Einwohner in 2010 und 335 Fälle pro 100 000 Einwohner in 2011).

Insgesamt wurden 14 313 Versicherte ermittelt, die in den Jahren 2010 oder 2011 einen inzidenten zerebralen Insult erlitten. Die Alters- und Geschlechtsverteilung sowie die Schlaganfalltypen waren nahezu identisch mit den Ergebnissen zur Prävalenz. Auf Basis der ICD-10-Schlaganfalleinzeldiagnosen waren 2,4 % der Ereignisse Subarachnoidalblutungen (I60), 9,3 % intrazerebrale Blutungen (I61), 2,6 % sonstige nichttraumatische intrakranielle Blutungen (I62), 81,2 % Hirninfarkte (I63) und 4,4 % Schlaganfälle, die nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet wurden (I64). Relevante Grunderkrankungen/Risikofaktoren wurden häufig beobachtet. Unter Hypertonie litten 69 % der Patienten, 33 % hatten Diabetes mellitus, 31 % Hyperlipidämie, 13 % Vorhofflimmern und bei 4 % der Patienten wurde im Vorjahr eine Karotisstenose diagnostiziert. Die standardisierte 1-Jahres-Inzidenz des zerebralen Insults lag bei 292 Fällen pro 100 000 Einwohner (290 Fälle/100 000 Einwohner in 2010 und 294 Fälle/100 000 Einwohner in 2011). Die geschlechtsspezifische Inzidenz und Prävalenz nach Altersklassen ist ergänzend in Tabelle 1 dargestellt.

Schlaganfallinzidenz und -prävalenz nach Geschlecht und Alter*
Schlaganfallinzidenz und -prävalenz nach Geschlecht und Alter*
Tabelle 1
Schlaganfallinzidenz und -prävalenz nach Geschlecht und Alter*

Häufigkeiten und Abstände von Schlaganfallrezidiven

Bei den 14 293 Versicherten mit einem inzidenten Schlaganfall in den Jahren 2010/2011 wurden bis zum maximalen Nachbeobachtungsjahr 2016 insgesamt 16 879 Insultereignisse (inklusive Erstinsult) beobachtet. 2 145 Versicherte (15 %) hatten mindestens ein Rezidiv; darunter 1 786 Versicherte (12,1 %) mit einem Rezidiv, 294 Versicherte (2,1 %) mit zwei Rezidiven und 52 Versicherte (0,04 %) mit drei Rezidiven. 13 Versicherte erlitten vier (10 Versicherte), fünf (2 Versicherte) oder sechs (1 Versicherter) Rezidive.

Der durchschnittliche Abstand zwischen Erstereignis und Rezidiv belief sich auf 697 Tage (Standardabweichung [SD]: 643 Tage; 95-%-Konfidenzintervall: 670–724 Tage). Folgte ein weiteres Rezidiv, so trat dies mit einem durchschnittlichen Abstand von 450 Tagen auf (SD: 489 Tage, 95-%-Konfidenzintervall: 399–501 Tage).

Die Ergebnisse der Kaplan-Meier Analysen (Grafik 2) zeigen ein Rezidivrisiko von 1,2 % nach 30 Tagen, von 3,4 % nach 90 Tagen, von 7,4 % nach einem Jahr sowie 19,4 % nach fünf Jahren. Jahresbezogen lag das Risiko ein Rezidiv zu erleiden bei 7,4 % im ersten Jahr, 3,7 % im zweiten Jahr, 2,8 % im dritten Jahr, 2,9 % im vierten Jahr sowie bei 2,6 % im fünften Jahr nach dem Erstereignis.

Anteil Versicherter mit Rezidiv
Anteil Versicherter mit Rezidiv
Grafik 2
Anteil Versicherter mit Rezidiv

In einer ergänzenden Cox-Regression wurde der Einfluss des Schlaganfalltyps auf die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Rezidivs untersucht. Dabei wurde die Subarachnoidalblutung (I60) als Referenzkategorie gewählt. Weitere Variablen in dem Modell waren das Alter und Geschlecht. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen ein geringeres Risiko haben ein Rezidiv zu erleiden (Hazard-Ratio[HR]: 0,871; p = 0,002). Zudem steigt das Risiko mit jedem zusätzlichen Lebensjahr an (HR: 1,016; p < 0,001). Das Rezidivrisiko war nach intrazerebralen Blutungen (I61) (HR: 0,838; p = 0,270) und sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutungen (HR: 0,774; p = 0,184) im Vergleich zur Subarachnoidalblutung nicht signifikant verringert. Für Hirninfarkte (I63) (HR: 0,715; p = 0,019) und Schlaganfälle, die nicht als Blutung oder Infarkt klassifiziert wurden (I64) (HR: 0,683; p = 0,032) wurden signifikant geringere Rezidivwahrscheinlichkeiten ermittelt.

Mortalität nach Schlaganfall

Kaplan-Meier-Überlebenszeitanalysen zur Mortalität (Grafik 3) zeigen, dass 30 Tage nach inzidentem Schlaganfall 6,8 % der Schlaganfallpatienten verstorben waren, nach 90 Tagen waren dies bereits 9,4 %. Die längerfristig orientierte 1- und 5-Jahres-Mortalität lag bei 17,0 % beziehungsweise 45,0 %. Im Rahmen einer ergänzenden Cox-Regressionsanalyse mit den Variablen Alter, Geschlecht, Schlaganfalltyp und Versorgungsart wurde der Einfluss der Art des Schlaganfalls auf die Mortalität sowie der Einfluss einer Versorgung in einer Stroke-Unit untersucht. Frauen wiesen ein verringertes Mortalitätsrisiko auf (HR: 0,837; p < 0,001). Das Risiko zu versterben wuchs mit zunehmendem Alter bei Erstinsult (je Lebensjahr) kontinuierlich an (HR: 1,07; p < 0,001). Das Mortalitätsrisiko war bei sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutungen (HR: 0,653; p = 0,001), Hirninfarkten (HR: 0,776; p = 0,016) und Schlaganfällen, die nicht als Blutung oder Infarkt klassifiziert wurden (HR: 0,768; p = 0,025) signifikant geringer als bei einer Subarachnoidalblutung. Mortalitätsraten unterschieden sich nicht signifikant zwischen intrazerebralen Blutungen und Subarachnoidalblutungen (HR: 1,162; p = 0,175) (Tabelle 2).

Anteil überlebender Versicherter
Anteil überlebender Versicherter
Grafik 3
Anteil überlebender Versicherter
Cox-Regression zum Outcome Mortalität*
Cox-Regression zum Outcome Mortalität*
Tabelle 2
Cox-Regression zum Outcome Mortalität*

Diskussion

In der vorliegenden Studie wurden die Inzidenz und Prävalenz von Schlaganfällen, die Häufigkeit von Schlaganfallrezidiven, deren Abstand zum Erstinsult sowie die Mortalität nach Erstinsult auf Basis von GKV-Routinedaten ermittelt. Bisherige Studien zum Schlaganfallgeschehen in Deutschland behandeln nur einzelne dieser Aspekte. Mit aktuellen Ergebnissen zum Schlaganfallgeschehen in Deutschland ergänzt die vorliegende Studie die bisherige Literatur.

Die Ergebnisse zeigen eine gemittelte Inzidenz und Prävalenz von 292 Fällen pro 100 000 Einwohner und 336 Fällen pro 100 000 Einwohner in den Jahren 2010/2011. Das Risiko für ein Rezidiv lag bei 3,4 % innerhalb von 90 Tagen, 7,4 % innerhalb eines Jahres sowie 19,4 % innerhalb von fünf Jahren. Während das Rezidivrisiko im ersten Jahr nach dem Schlaganfall am höchsten ist, sinkt das Risiko bis zum dritten Jahr nach Schlaganfall und bleibt dann nahezu konstant. Die Ergebnisse zur Mortalität nach Schlaganfall zeigen ein Mortalitätsrisiko von 6,8 % nach 30 Tagen, 9,4 % nach 90 Tagen, 17,0 % nach einem Jahr sowie 45 % nach fünf Jahren. Blutungsereignisse waren mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Patienten, die in einer Stroke-Unit versorgt wurden, hatten eine geringere Mortalität.

Die Ergebnisse zur Inzidenz und Prävalenz liegen im Rahmen bisheriger Schätzungen, auch wenn sich die Ergebnisse verschiedener Analysen aufgrund unterschiedlicher Einschlusskriterien sowie Unterschieden in der Altersstruktur der verschiedenen Populationen nicht direkt vergleichen lassen (3, 4, 79, 22). Zudem können sich Änderungen in der Häufigkeit von Schlaganfällen über die Zeit ergeben, beispielsweise durch veränderte Lebensgewohnheiten oder bessere Präventionsmöglichkeiten (17, 23). Zudem zeigen Analysen, dass sich Schlaganfallraten nach Sozialstatus unterscheiden (5). Unterschiedliche Sozialstrukturen sollten deshalb ebenfalls bei einem Vergleich von Studien berücksichtigt werden.

Bislang sind nur wenige Daten aus Deutschland zur Häufigkeit von Schlaganfallrezidiven verfügbar. Neu sind insbesondere umfassende Analysen zu Rezidivhäufigkeit und Mortalität, die sowohl übergreifend als auch für einzelne Schlaganfalltypen aufgedeckt wurden. Im Rahmen von zwei Routinedatenanalysen wurde ermittelt, dass 11,2 % beziehungsweise 11,4 % der Schlaganfallpatienten innerhalb von zwölf Monaten ein Rezidiv erlitten (7, 8). Daten des Erlanger Schlaganfallregisters zeigen für den ischämischen Schlaganfall ein Rezidivrisko von 11 % nach einem Jahr und 15 % innerhalb von zwei Jahren nach Erstinsult (9, 23). International sind Daten aus Registerstudien verfügbar (18, 20, 24, 25). Eine ältere Metaanalyse konnte auf Basis von Registerstudien ein 30-Tages-Rezidivrisiko von 3,1 % ermitteln. Die kumulativen Risiken für ein Rezidiv nach ein, fünf beziehungsweise zehn Jahren lagen bei 11,1 %, 26,4 % und 39,2 % (23). Daten zu Abständen zwischen Erstinsult und Rezidiv werden kaum berichtet. In einer asiatischen Studie wurde ein durchschnittlicher Abstand von 58 Monaten angegeben (26).

Ergebnisse zur Mortalität nach Schlaganfall auf Basis von GKV-Abrechnungsdaten zeigen eine Krankenhausmortalität von 7,1 % sowie eine 12-Monats-Mortalität von 17,4 % (7). Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ergaben eine Krankenhausmortalität von 11,4 %, eine 30-Tage-Mortalität von 12,7 %, eine 90-Tage-Mortalität von 17,1 % und eine 1-Jahres-Mortalität von 24,3 % im Jahr 2008 (8). Im Erlanger Schlaganfallregister wurde eine 28-Tage-Mortalität von 19,4 % ermittelt, die 90-Tage-Mortalität und 1-Jahres-Mortalität lagen bei 28,5 % und 37,3 % in den Jahren 1994–1996 (6). Etwas jüngere Daten aus Ludwigshafen (2006/2007) zeigen geringere Mortalitätsraten (28-Tage-Mortalität: 13,6 %; 90-Tage-Mortalität: 16,4 %; 1-Jahres-Mortalität: 23,3 %) (22). Die deutlich höheren Mortalitätsraten in der Erlanger Studie lassen sich vermutlich durch die wesentlich ältere Datenbasis erklären. In den vergangenen Jahren hat sich die Schlaganfallversorgung, nicht zuletzt durch die Etablierung von Stroke-Units, erheblich verbessert (27).

Neben den Stärken der vorliegenden Studie, die insbesondere auf der großen Stichprobe und dem langen Nachbeobachtungszeitraum liegen, bestehen auch einige Limitationen, die sich aus der Nutzung von GKV-Routinedaten ergeben. GKV-Routinedaten umfassen nur Leistungen und Diagnosen, die mit der GKV abgerechnet wurden. Der größte Nachteil ist das Fehlen klinischer Informationen, wie Befund- oder Labordaten, sowie Informationen zum Schweregrad und Beeinträchtigungen (12). Hinzu kommt eine Unsicherheit in Bezug auf die Validität der Diagnosen. Aus den Abrechnungsdaten ergibt sich lediglich, dass das abrechnende Krankenhaus eine Schlaganfalldiagnose vergeben hat. Welche klinisch-neurologischen Untersuchungen dieser Diagnose zugrunde liegen, bleibt anhand der Daten unklar. Auch wenn bei der Indikation Schlaganfall eine ungerechtfertigte Diagnosevergabe als unwahrscheinlich erscheint, kann eine Missklassifikation der unterschiedlichen Schlaganfalltypen nicht ausgeschlossen werden (7). Ein Vergleich mit anderen Studien zeigt, dass die Verteilung auf die unterschiedlichen Schlaganfalltypen ähnlich ist. Ebenso besteht die Möglichkeit einer Unterschätzung der Inzidenz und Prävalenz, da Schlaganfälle, die nicht stationär versorgt werden, nicht in die Analysen einfließen. Aufgrund der Schwere eines Schlaganfallereignisses ist es unwahrscheinlich, dass Patienten ausschließlich ambulant versorgt werden. Allerdings sind Personen, die direkt am Schlaganfall verstorben sind und dementsprechend nicht stationär versorgt wurden, nicht in den Daten enthalten. Ebenfalls lassen sich Rezidive, die während des initialen Kranken­haus­auf­enthaltes auftreten (Frührezidive) nicht in den Routinedaten abbilden. Ebenso stellt sich die Frage der Repräsentativität und Generalisierbarkeit der Ergebnisse. In der vorliegenden Analyse wurden die Daten der AOK Niedersachsen ausgewertet. Durch die Standardisierung der Inzidenz und Prävalenz wurden zumindest diesbezügliche Verzerrungen ausgeglichen. Leichte Selektionseffekte aufgrund eines historisch bedingten spezifischen Versichertenklientels sind jedoch nicht auszuschließen (2, 13, 28).

Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden die Häufigkeit von Schlaganfallrezidiven sowie die Inzidenz und Prävalenz von Schlaganfällen auf Basis von Routinedaten ermittelt. Die Ergebnisse zeigen eine Rezidivrate von 7,4 % nach einem Jahr sowie 19,4 % nach fünf Jahren. Eine spezialisierte Versorgung war mit einer verringerten Mortalität assoziiert. Eine langfristige Behandlung und engmaschige Kontrolle der Risikofaktoren sollten fokussiert werden, um das Risiko für einen Rezidivschlaganfall zu minimieren. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Schlaganfallversorgung zukünftig weiter an Relevanz gewinnen.

Interessenkonflikt
Prof. Weissenborn wurde für Vorträge honoriert von Boehringer Ingelheim, BMS, Pfizer und Bayer. Des Weiteren erhielt sie Gelder für die Durchführung von klinischen Studien von Boehringer Ingelheim, Bayer Portola und Astra Zeneca.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 6. 5. 2019, revidierte Fassung angenommen: 1. 8. 2019

Anschrift für die Verfasser
Dr. PH Jona T. Stahmeyer
Stabsbereich Versorgungsforschung
AOK Niedersachsen
Hildesheimer Straße 273
30519 Hannover
Jona.Stahmeyer@nds.aok.de

Zitierweise
Stahmeyer JT, Stubenrauch S, Geyer S, Weissenborn K, Eberhard S: The frequency and timing of recurrent stroke—an analysis of routine health insurance data. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 711–7.
DOI: 10.3238/arztebl.2019.0711

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Stabsbereich Versorgungsforschung, AOK Niedersachsen: Dr. PH Jona T. Stahmeyer,
B. Sc. Sarah Stubenrauch, Dr. rer. biol. hum. Sveja Eberhard
Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Soziologie, Medizinische Hochschule Hannover:
Prof. Dr. phil. Siegfried Geyer
Klinik für Neurologie, Medizinische Hochschule Hannover: Prof. Dr. med. Karin Weissenborn
Schema der Datenaufbereitung und Analyse
Schema der Datenaufbereitung und Analyse
Grafik 1
Schema der Datenaufbereitung und Analyse
Anteil Versicherter mit Rezidiv
Anteil Versicherter mit Rezidiv
Grafik 2
Anteil Versicherter mit Rezidiv
Anteil überlebender Versicherter
Anteil überlebender Versicherter
Grafik 3
Anteil überlebender Versicherter
Schlaganfallinzidenz und -prävalenz nach Geschlecht und Alter*
Schlaganfallinzidenz und -prävalenz nach Geschlecht und Alter*
Tabelle 1
Schlaganfallinzidenz und -prävalenz nach Geschlecht und Alter*
Cox-Regression zum Outcome Mortalität*
Cox-Regression zum Outcome Mortalität*
Tabelle 2
Cox-Regression zum Outcome Mortalität*
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