ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2019Gesundheitsreport: Ärzte nehmen zunehmend Qualitätsmängel wahr

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Gesundheitsreport: Ärzte nehmen zunehmend Qualitätsmängel wahr

Dtsch Arztebl 2019; 116(42): A-1874 / B-1544 / C-1512

Maybaum, Thorsten; EB

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Für Patienten haben Ärzte künftig nach eigener Einschätzung noch weniger Zeit als bisher. Foto: tunedin/stock.adobe.com
Für Patienten haben Ärzte künftig nach eigener Einschätzung noch weniger Zeit als bisher. Foto: tunedin/stock.adobe.com

Ärzte und Bevölkerung nehmen die Gesundheitsversorgung in Deutschland immer noch als sehr leistungsfähig wahr. Allerdings werden die Mängel und Probleme größer, wie der kürzlich veröffentlichte 10. MLP-Gesundheitsreport des Finanzdienstleisters MLP zeigt, den das Institut für Demoskopie Allensbach erstellt hat. Vor allem in den Krankenhäusern zeichnet sich der Umfrage zufolge eine Reihe von Verschlechterungen ab. Mit 61 Prozent klagt eine deutlich gestiegene Mehrheit der Krankenhausärzte über fehlende Zeit für ihre Patienten (2016: 50 Prozent). Besonders betroffen sehen sich Assistenzärzte (67 Prozent). Rund die Hälfte der befragten Krankenhausärzte gibt an, auch mehr Patienten versorgen zu müssen. Die strukturellen Probleme zeichnen sich zunehmend auch in der wahrgenommenen Qualität der Versorgung in den Krankenhäusern ab: Sie sei weniger oder gar nicht gut, urteilt inzwischen rund jeder fünfte Krankenhausarzt – 2016 war es nur knapp jeder zehnte. Weiterhin dominieren aus Sicht von drei Vierteln der Krankenhausärzte wirtschaftliche Aspekte das medizinisch Sinnvolle (2016: 77 Prozent). Problematisch sind weiterhin die überfüllten Notaufnahmen: Von den befragten Krankenhausärzten hatten 75 Prozent häufig mit „Notfällen“ zu tun, die keine seien. Zunehmend ein Problem ist der Ärztemangel. Vor drei Jahren sahen noch 60 Prozent der niedergelassenen Ärzte diesen in der eigenen Region oder rechneten damit, 2019 ist der Wert auf 71 Prozent gestiegen. Für die kommenden zehn Jahre gehen Ärzte weiterhin von einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung aus. Sie befürchten vor allem Versorgungsengpässe im ländlichen Raum (90 Prozent) und nochmals weniger Zeit für die Behandlung ihrer Patienten (85 Prozent). Zudem gehen drei Viertel davon aus, dass sie in Zukunft nicht mehr alle medizinisch notwendigen Leistungen verordnen können. may/EB

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