ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2019CRP-Schnelltest: Modellprojekt soll Verordnung verbessern

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CRP-Schnelltest: Modellprojekt soll Verordnung verbessern

Dtsch Arztebl 2019; 116(42): A-1872

Hillienhof, Arne

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Antibiotika im ambulanten Setting gezielter verordnen – das soll ein neues Modellprojekt in Hamburg ermöglichen, das die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) mit verschiedenen Krankenkassen vorgestellt hat. Die Partner fördern dazu den Einsatz des quantitativen CRP-Schnelltests in Haus- und Kinder- sowie HNO-Praxen. Der CRP-Schnelltest funktioniert wie ein Blutzuckertest und zeigt an, ob im Körper bakteriell bedingte Entzündungswerte vorhanden sind. Bei schweren bakteriellen Infektionen kommt es zu einem Anstieg des C-reaktiven Proteins (CRP), der bei viralen Infektionen in der Regel ausbleibt. Daran kann abgelesen werden, ob der Einsatz eines Antibiotikums sinnvoll ist.

„Es werden in Deutschland immer noch zu viele Antibiotika aufgrund einer Erkältung, Bronchitis oder Grippe verordnet“, sagte Dirk Janssen für die am Vertrag beteiligten Krankenkassen. Der CRP-Test unterstütze Ärzte bei ihrer Entscheidung und helfe Patienten zu verstehen, ob ein Antibiotikum benötigt werde. „Wir hören immer wieder, dass Patienten Druck ausüben, um Antibiotika verordnet zu bekommen. Mit dem Test können ihnen mögliche Sorgen genommen werden“, betonte Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg. Ärzte seien verpflichtet, jeden Schaden von Patienten abzuwenden. Dazu zähle auch die unnötige Gabe von Arzneimitteln. Die Projektpartner kündigten an, der CRP-Vertrag werde durch eine von der Christian-Albrecht-Universität (CAU) in Kiel durchgeführten wissenschaftlichen Evaluation begleitet. Die teilnehmenden Ärzte sollen durch das Institut für Allgemeinmedizin der CAU geschult werden. Die Schulung ist Voraussetzung dafür, an dem Vertrag teilzunehmen. Neben den Betriebskrankenkassen nehmen die AOK Rheinland/Hamburg, die IKK classic sowie die DAK-Gesundheit an dem Vertrag teil. Vergütet wird der Test mit 4,90 Euro. hil

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