ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2019Neue Arzneimittel: Marktprinzipien
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Dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz ging der sogenannte Pharmadialog zwischen Regierung und Industrie voraus. Dieser hatte zum Ziel, den Pharmastandort Deutschland zu stärken. Angesichts einer Unterversorgung mit neuen Wirkstoffen, die etwa 20-mal größer ist als eine mögliche Überversorgung, kann antizipiert werden, dass das Arztinformationssystem der Industrie zu größeren Absätzen verhilft. Dies widerspricht jedoch der Marktlogik, wonach es die genuine Aufgabe von Unternehmen ist, den Absatz ihrer eigenen Produkte zu erhöhen. Diese Marktlogik, die die eigentliche Rechtfertigung für die Existenz von Pharmaunternehmen bei der Entwicklung und den Absatz von Arzneimitteln darstellt, wurde im Zuge des Pharmadialogs von der Industrie selbst unterlaufen. Im Sinne einer marktwirtschaftlichen Ordnung sollte ein Eingriff in den Markt eher auf bessere Bereitstellung von Informationen für Patienten als für Ärzte abstellen. Auch wäre, statt ein neues Gesetz einzuführen, die Modifizierung und Rücknahme bisheriger Regelungen (z. B. zu Prüfungen ärztlich verordneter Leistungen) der nach marktwirtschaftlichen Prinzipien angemessenere Schritt.

Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Afschin Gandjour, 60322 Frankfurt am Main

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