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Wir danken den Kollegen für ihren praxisnahen Diskussionsbeitrag, der das große Interesse an der dargestellten Thematik widerspiegelt (1). Im Folgenden möchten wir auf einige der angesprochenen Punkte eingehen.

Wir stimmen vollständig mit den Kolleginnen überein, dass die S3-Leitlinie „Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit“ eine sehr gute Zusammenfassung zum Thema darstellt. Diese bildet deshalb eine Grundlage unseres Beitrags und ist mit der Referenz 33 ausreichend zitiert (2). Auf die Milchstauung als Differenzialdiagnose der Mastitis puerperalis wurde von uns hingewiesen. Das Ausstreichen blockierter Areale der Brust bei Milchstau oder Mastitis ist als Konsensuspunkt in der oben erwähnten S3-Leitlinie festgehalten. Wir danken für den Hinweis der zusätzlichen antiphlogistischen Wirkung von Ibuprofen, weshalb dieses Medikament als Mittel der ersten Wahl zur Schmerzlinderung zu betrachten ist. Unbestritten bleibt die gute analgetische und antipyretische Wirkung von Paracetamol. Das sekundäre Abstillen sollte wie erwähnt nur bei protrahiertem Krankheitsverlauf und auf ausdrücklichem Wunsch der Patientin erfolgen. Laut Bericht der Cochrane Database zum Vergleich von Bromocriptin mit nichtpharmakologischen Maßnahmen in der Unterdrückung der Milchbildung reduzierte Bromocriptin signifikant den Anteil laktierender Frauen im Vergleich zur Kontrollgruppe (n = 107, Relatives Risiko 0,36, 95-%-Konfidenzintervall [0,24; 0,54]) (3). Allerdings unterliegt die Verordnung von Bromocriptin seit einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch European Medicines Agency (EMA) und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Jahre 2014 einer strengen Indikationsstellung, da in seltenen Fällen von schwerwiegenden Nebenwirkungen einschließlich Hypertonie, Myokardinfarkt, Krampfanfälle oder Schlaganfall berichtet wurde (www.bfarm.de) (4).

Wir danken den Kollegen aus der Augenheilkunde für ihren wertvollen Hinweis zur Notwendigkeit der augenärztlichen Untersuchung bei Vorliegen eines Prolaktinoms. Dennoch sollte im Sinne einer Stufendiagnostik zunächst eine Magnetresonanztomografie zur Einschätzung von Lage und Größe des Prolaktinoms erfolgen. Laut aktuellem Review zur Beeinträchtigung des Sehens bei Hypophysenadenomen ist bei Mikroadenomen (< 1 cm) kein Einfluss auf das Sehvermögen zu erwarten; Makroprolaktinome gehen in 40–85 % mit einer Beeinträchtigung des Sehvermögens einher, wobei eine höhere Wahrscheinlichkeit bei großen (> 2 cm) oder Riesenprolaktinomen (> 4 cm) besteht (5). Die Basisdiagnostik der augenärztlichen Untersuchung vor Therapiebeginn umfasst die Funktionsbeurteilung des N. opticus, die Untersuchung der Augenmotilität, die Spaltlampen-Untersuchung und die optische Kohärenztomografie (OCT). Wichtig ist auch die augenärztliche Kontrolle im Therapieverlauf. Eine Verbesserung des Gesichtsfeldes nach Therapieeinleitung mit Dopaminagonisten ist in 67 % der Patienten zu erwarten. Die Zeitspanne reicht von zwei Wochen bis zu sechs Monaten. Selten kommt es infolge eines Empty-Sella-Syndroms mit Herniation des Chiasma opticum zur Verschlechterung des Gesichtsfeldes. Für interessierte Augenärzte sei auf das lesenswerte genannte Review verwiesen.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0738b

Für die Autoren

PD. Dr. med. habil. Angrit Stachs

Universitätsfrauenklinik Rostock

angrit.stachs@uni-rostock.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Stachs A, Stubert J, Reimer T, Hartmann S: Benign breast disease in women. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 565–74 VOLLTEXT
2.
Jacobs A, Abou-Dakn M, Becker K, et al.: S3-Leitlinie „Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit“. Senologie – Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2014; 11: 50–6 CrossRef
3.
Oladapo OT, Fawole B: Treatments for suppression of lactation. Cochrane Database Syst Rev 2012: CD005937 CrossRef PubMed Central
4.
BfArM: Rote-Hand-Brief zu bromocriptinhaltigen Arzneimitteln: Anwendungseinschränkung zur Hemmung der Milchbildung. BfArM 2014.
5.
Lithgow K, Batra R, Matthews T, Karavitaki N: Management of endocrine disease: Visual morbidity in patients with pituitary adenoma. Eur J Endocrinol 2019; [Epub ahead] CrossRef MEDLINE
1.Stachs A, Stubert J, Reimer T, Hartmann S: Benign breast disease in women. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 565–74 VOLLTEXT
2.Jacobs A, Abou-Dakn M, Becker K, et al.: S3-Leitlinie „Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit“. Senologie – Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2014; 11: 50–6 CrossRef
3.Oladapo OT, Fawole B: Treatments for suppression of lactation. Cochrane Database Syst Rev 2012: CD005937 CrossRef PubMed Central
4.BfArM: Rote-Hand-Brief zu bromocriptinhaltigen Arzneimitteln: Anwendungseinschränkung zur Hemmung der Milchbildung. BfArM 2014.
5.Lithgow K, Batra R, Matthews T, Karavitaki N: Management of endocrine disease: Visual morbidity in patients with pituitary adenoma. Eur J Endocrinol 2019; [Epub ahead] CrossRef MEDLINE

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