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Dtsch Arztebl 2019; 116(43): A-1965

Eckert, Nadine; aam; Zylka-Menhorn, Vera

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Lebersicherheit von Iberogast® laut Hersteller gegeben – Das frei verkäufliche Magen-Darm-Mittel Iberogast (Bayer Vital) steht aufgrund seines Gehalts an Schöllkraut im Verdacht, leberschädigend zu wirken. Nachdem 2018 eine 56-jährige Frau nach der Einnahme ein akutes Leberversagen entwickelte und im Anschluss an den chirurgischen Komplikationen einer Lebertransplantation verstarb, wurde der Beipackzettel um entsprechende Warnhinweise ergänzt. Der Hersteller betont aber, dass „Iberogast unverändert ein sehr sicheres Medikament mit sehr seltenen Nebenwirkungen“ sei.

Von den Schöllkraut-Alkaloiden, für die das BfArM 2008 eine maximale Dosis von 3,5 mg/d festlegte, seien in der Tageshöchstdosis Iberogast lediglich 0,3 mg enthalten. Die medizinisch-wissenschaftliche Datenlage lasse derzeit keinen klaren Kausalzusammenhang zwischen der Verwendung von Iberogast und leberschädigenden Wirkungen zu.

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Dies schließe den Todesfall ein, der im Zusammenhang mit der Einnahme von Iberogast 2018 aufgetreten sei. Das Leberversagen habe vermutlich auf einer idiosynkratischen Reaktion beruht. Zu diesem Fazit seien auch die Autoren gekommen, die im August 2019 im American Journal of Gastroenterology über den Fall berichteten (Gerhardt F et al. Am J Gastroenterol 2019; 114 [8]: 1358–9.) Solche Überempfindlichkeitsreaktionen seien nicht vorhersagbar, aber im Vergleich zu anderen Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen extrem selten – so selten, dass sie selbst in breit angelegten Studien normalerweise nicht erfasst werden könnten. nec

Quelle: Pressemitteilung der Bayer Vital GmbH vom 15. Oktober 2019

Arixtra® bei oberflächlichen Venenthrombosen Therapiestandard – Fondaparinux (Arixtra, Aspen) ist das einzige für die oberflächliche Venenthrombose (OVT) zugelassene Antithrombotikum. In der Dosis von 2,5 mg/d kann der selektive Faktor-Xa-Hemmer die Komplikationen einer akuten symptomatischen OVT wie tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien sowie OVT-Rezidive und -Extensionen verhindern.

Die prospektive Beobachtungsstudie INSIGHTS-SVT untersucht das OTV-Management bei 1 184 Patienten im klinischen Alltag. Erste Daten zeigen, dass 95 % der Patienten medikamentös behandelt werden (60 % mit Fondaparinux, 30 % mit Heparinen, < 5 % mit NOAK). Nach 7–14 Tagen erhielten jedoch nur noch 85 % eine medikamentöse Therapie. Nach 3 Monaten wurden 62 % der Patienten als geheilt, 30 % als gebessert und 8 % als unverändert oder verschlechtert eingestuft; 6,9 % entwickelten venöse Thromboembolien (VTE). Wichtigste Risikofaktoren dafür waren eine OVT ≥ 20 cm, frühere VTE und Thrombophilie. aam

Quelle: Pressegespräch „INSIGHTS-SVT – Einzigartige Einblicke in die aktuelle Behandlungsrealität der Oberflächlichen Venenthrombose (OVT)“, Hamburg, 24. September 2019; Veranstalter: Aspen Germany

Shingrix® kann über Sprechstundenbedarf verordnet werden – Bei der Verordnung über Sprechstundenbedarf kann der Herpes-Zoster-Impfstoff Shingrix (GSK) nach der Impfaufklärung sofort verabreicht werden. Er muss nicht länger nach dem Kostenerstattungsprinzip per Einzelverordnung auf den Patientennamen verordnet werden.

Die Nachfrage nach Shingrix ist unverändert hoch. Ab jetzt wird der Totimpfstoff monatlich, jedoch weiterhin in begrenzten Mengen, zur Verfügung gestellt. Damit wird eine gewisse Regelmäßigkeit und Planbarkeit angestrebt. Die im Markt verfügbare Ware soll primär verwendet werden, um bei Patienten, die die erste Impfdosis erhalten haben, den Impfschutz zu komplettieren. Laut Fachinformation ist die Gabe der zweiten Dosis innerhalb von 2–6 Monaten vorgesehen. Der Arzt sollte sicherstellen, dass er jeden Patienten 2-malig impfen kann, bevor er bei weiteren Patienten mit der Impfung beginnt. zyl

Quelle: Pressemitteilung von GlaxoSmithKline vom 10. Oktober 2019

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