ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2019Polizeiärztlicher Dienst: Psychiater nicht mit im Boot
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Die schwierigen Aufgaben sind gut beschrieben, darunter auch, neben dem Umgang mit Grobschäden, mit der Konfrontation mit Tod, Kriminalität, Aggression, mit Fragen der Dienstfähigkeit und Belastbarkeit. Welcher Facharzt ist aber ausgebildet zur entsprechenden Diagnostik? Der Beruf des Psychiaters erscheint allerdings nicht, wie auch bei den Flugärzten nicht.

Neben der allgemeinen, meist unreflektierten Abneigung gegen das Fach Psychiatrie dürfte die Befürchtung eine Rolle spielen, dass ein Psychiater zu viele Diagnosen stellt, so die der Depression, der Phobien, von Trennungsängsten. Jedenfalls herrscht hier eine merkwürdige Übereinstimmung, im Sinne einer stillen Verabredung. Mann will ihn nicht im Boot haben. Es hängt von der Beurteilung durch einen Chirurgen, einen Internisten, einen Allgemeinarzt ab, ob mann einen Psychiater hinzuzieht.

Ich habe erlebt, dass bei der gerichtlichen Beurteilung eines Psychotraumas ein Chirurg seine Sicht der Dinge vortrug, aber zur Sache selbst natürlich nichts beitragen konnte. Dadurch hatte die Gegenseite leichtes Spiel.

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Dr. med. Manfred Krill, 61462 Königstein

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