ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2019Viele halten Digitalisierung in Deutschland für rückständig

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Viele halten Digitalisierung in Deutschland für rückständig

Dtsch Arztebl 2019; 116(43): [4]

Glöser, Sabine

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Mehr als jeder dritte Deutsche stuft die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen als rückständig ein. Jeder Zweite ist mit dem Entwicklungsstand unzufrieden, zum Beispiel mit der Elektronischen Gesundheitskarte und dem Datenaustausch. Das jedenfalls ergab eine Umfrage des Beratungsunternehmens Sopra Steria Consulting unter 1200 Bürgern und 35 Gesundheitsexperten aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Spanien.

Auch die Franzosen und Spanier bewerten die digitale Transformation ihres Gesundheitssystems als rückständig. Größere Unterschiede gibt es indes, was die Zufriedenheit mit einzelnen Vorhaben angeht. So ist jeder zweite Befragte in Frankreich und Spanien zufrieden mit der Lösung einer elektronischen Krankenakte in seinem Land. In Deutschland sind es nur 27 Prozent. Vor allem die Norweger und Belgier geben dem digitalen Ausbau ihres Gesundheitssystems bessere Noten als die Deutschen. Nur 18 beziehungsweise 15 Prozent halten ihr Gesundheitswesen für digital wenig fortschrittlich.

Foto: 3dkombinat/stock.adobe.com
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Nach Einschätzung der befragten Gesundheitsexperten gehört Belgien zu den europäischen Ländern, die die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung eingeleitet haben. Norwegen gilt als Musterschüler für systematische und pragmatische Digitalisierung. Aus Sicht der Experten ist in Deutschland vor allem das föderale System eine Digitalisierungsbremser. Zu viele Insellösungen und inkompatible IT-Landschaften stünden einer flächendeckenden Einführung digitaler Anwendungen und der Entwicklung neuer Versorgungsmodelle im Wege. Dazu kämen immer wieder Datensicherheitsbedenken als Begründung dafür, beim Einführen neuer Lösungen und Geräte abzuwarten.

„Die Deutschen sind längst bereit für digitale Angebote in der Gesundheitsversorgung. Die Technik dafür ist ebenfalls vorhanden, nun müssen die Akteure nachziehen“, sagte Dr. Tina Wulff, Senior Consultant Digital Healthcare bei Sopra Steria Consulting. sg

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