ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2019Schönheitschirurgie: Spahn will Jugendliche vor Werbung schützen

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Schönheitschirurgie: Spahn will Jugendliche vor Werbung schützen

Dtsch Arztebl 2019; 116(43): A-1928 / B-1582 / C-1550

dpa; Maybaum, Thorsten

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Für Schönheitsoperationen bei Minderjährigen bringt die Ärztekammer Nordrhein eine zwingende psychologische Aufklärung ins Spiel. Foto: picture alliance/Westend61
Für Schönheitsoperationen bei Minderjährigen bringt die Ärztekammer Nordrhein eine zwingende psychologische Aufklärung ins Spiel. Foto: picture alliance/Westend61

Ein erweitertes Werbeverbot soll Jugendliche nach Plänen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn stärker vor unnötigen Schönheitsoperationen bewahren. Konkret soll ein Verbot ausgedehnt werden, das Werbemaßnahmen für plastisch-chirurgische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit schon mit Blick auf Kinder unter 14 Jahren untersagt, sieht ein neuer Antrag der Großen Koalition vor. Es soll dabei um alle Werbemaßnahmen gehen, die sich „ausschließlich oder überwiegend an Jugendliche richten“ – auch in sozialen Medien. Jeder operative Eingriff birgt Gefahren, heißt es zur Begründung. Gerade Jugendliche, die „sehr empfänglich für Themen wie Schönheitsideal und Aussehen“ seien, sollten geschützt werden. Die Änderungen des Heilmittelwerbegesetzes sollen im Lauf der parlamentarischen Beratungen an ein anderes Gesetzesvorhaben angehängt werden – etwa an die geplante Einführung einer Impfpflicht gegen Masern. Zustimmung signalisierte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirugie (DGÄPC). „Als Fachgesellschaft würden wir ein Verbot der Werbung für ästhetisch-plastisch chirurgische Eingriffe gegenüber Jugendlichen und Kindern – wie es aktuell diskutiert wird – zu 100 Prozent unterstützen“, sagte DGÄPC-Präsident Dr. med. Torsten Kantelhardt. Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, mahnte, rein ästhetisch motivierte und nicht indizierte Schönheitsoperationen und Behandlungen bei Minderjährigen sollten zwingend an eine vorherige psychologische Aufklärung gebunden sein. Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. (I) Klaus Reinhardt, sieht das Werbeverbot als guten Schritt. Noch besser wäre es aber, solche Eingriffe bei Minderjährigen ganz zu verbieten, sagte er. dpa/may

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