ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2019Pädiatrie: Auch Niederlassung unattraktiv
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Diesem sehr aussagekräftigen Artikel über die Situation in den Kinderkliniken fehlt noch ein entscheidender Aspekt: Die durch „Öko­nomi­sierung personell (Ärzte und Pflegepersonal) zusammengestrichenen bzw. komplett geschlossenen Kinderkliniken und Kinderabteilungen stehen auch nicht mehr als Weiterbildungsstellen für zukünftige Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin zu Verfügung!

Damit verschlechtert sich auch die Versorgungssituation aller Kinder im ambulanten Bereich und da nicht nur die der schwer- oder chronisch kranken, weil:

– nachfolgesuchende Inhaber einer Kinderarztpraxis, die wegen Alters in Rente gehen möchten (geburtenstarke Jahrgänge zwischen 1949 und 1969 geboren), keinen Nachfolger finden und

Anzeige

– die Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen, wie viele Kinderärzte ambulant tätig gebraucht werden (Versorgungsauftrag!), auf Zahlen basieren, die ca. 25 Jahre alt sind und immer weiter fortgeschrieben wurden. Damit kommt regelmäßig eine rechnerische „Überversorgung“ mit niedergelassenen Kinderärzten zustande, von der aber weder die noch niedergelassenen Kollegen etwas merken (wegen voller Wartezimmer und u. U. Aufnahmestop für neue Patienten), noch die Eltern, die nach einer wegen Alters geschlossenen Kinderarztpraxis ohne Nachfolger jetzt weite Wege (vor allem auf dem Land bis zu 20 oder 30 km) in Kauf nehmen müssen, um überhaupt ihre Kinder von einem Kinderarzt betreuen lassen zu können.

Zusätzlich zu der im Artikel beschriebenen Unterfinanzierung im stationären Bereich kommt auch noch eine im ambulanten Bereich, denn die hausärztlich tätigen Kinderärzte rangieren in der Honorarstatistik (jedes Quartal in den Veröffentlichungen der regionalen Ärzteblätter nachzulesen) noch hinter den Allgemeinmedizinern.

All das macht es für die wenigen Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, die überhaupt fertige Fachärzte werden, zusammen mit einer überbordenden Bürokratie auch noch unattraktiv, sich überhaupt mit der Frage einer Niederlassung zu beschäftigen.

Edith Kühnert, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, 26419 Schortens

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema