ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2019GOÄ-Ratgeber: Infusionen im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose

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GOÄ-Ratgeber: Infusionen im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose

Dtsch Arztebl 2019; 116(44): A-2036 / B-1668 / C-1632

Heck, Beate

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Nach der erweiterten Leistungslegende der Nr. 273 GOÄ sind intravenöse Infusionen bis zu 30 Minuten Dauer nach Nr. 271, intravenöse Infusionen von mehr als 30 Minuten Dauer nach Nr. 272 und intravenöse Infusionen, ggf. mittels Nabelvenenkatheter oder in die Kopfvene, bei einem Kind bis zum vollendeten 4. Lebensjahr nach Nr. 273 GOÄ im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose nicht berechnungsfähig für die Einbringung von Anästhetika, Anästhesieadjuvantien und Anästhesieantidoten. Es wird in der erweiterten Leistungslegende somit klar benannt, welche Infusionen nicht berechnet werden dürfen. Dass Infusionen, die anderen Zwecken dienen, abgerechnet werden dürfen, ergibt sich auch aus dem nächsten Satz der erweiterten Leistungslegende der Nr. 273. Hier heißt es: „Werden die Leistungen nach den Nummern 271, 272 oder 273 GOÄ im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose berechnet, ist das Medikament in der Rechnung anzugeben.“

Es ist somit GOÄ-konform, Infusionen auch neben einer Anästhesieleistung zu berechnen, die zum Beispiel zur Behebung von Komplikationen und/oder Begleiterkrankungen gegeben werden. Perioperativ können zum Beispiel Störungen des Herz-Kreislauf-Systems eintreten. Die in diesem Zusammenhang verabreichten Infusionen sind gesondert berechenbar. Die zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten (zum Beispiel durch die präoperative Nahrungskarenz und/oder prä- oder intraoperative Blutverluste, Operationen bei geöffnetem Bauchraum, Fieber) verabreichten Infusionen sind gesondert neben einer Anästhesieleistung abzurechnen. Die Infusion ist in der Rechnung zu benennen.

Bei Abrechnung von Infusionen sind jedoch die Allgemeinen Bestimmungen des Kapitels C II. „Blutentnahmen, Injektionen, Infiltrationen, Infusionen, Transfusionen, Implantation, Abstrichentnahmen“ zu beachten. Die Nummern 271 und 272 GOÄ sind jeweils je Behandlungstag nur zweimal berechnungsfähig, wenn sie über verschiedene Gefäßzugänge verabreicht wurden und zeitlich voneinander getrennt erbracht wurden.

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Zur Berechnungsfähigkeit der Einbringung von Arzneimitteln in einen parenteralen Katheter im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose erscheint zeitnah ein weiterer GOÄ-Ratgeber. Dr. med. Beate Heck

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