ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2019Krankenhäuser: Wellness-Stationen
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In dem ... Kommentar beklagt Prof. Streeck die Ablenkung psychosomatischer Patienten durch die Ausbreitung der Komfortausstattung der Kliniken. Er weist darauf hin, dass dies der eigentlichen Therapie und damit den Patienten schadet.

Sicher hat er Recht. Aber seine Erkenntnisse gelten nicht nur für die Psychosomatik.

Auch in den Akutkrankenhäusern schießen die Wellness-Stationen aus dem Boden. Und sie verstärken verhängnisvoll die bereits vorhandene Anspruchsmentalität der Patienten: Dass sie es sich gut gehen lassen können, während das Fachpersonal sich mit ihren gesundheitlichen Problemen beschäftigt, mit deren Therapie sie selbst nicht behelligt werden wollen. Der Zweck des Klinikaufenthaltes verschwimmt, die essenzielle Notwendigkeit der eigenen Mitwirkung wird als Zumutung empfunden.

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Wozu sind die Ärzte und die Pflegenden überhaupt noch da? Wenn, wie die Erbauer dieser Komfortstationen argumentieren, der Komfort das Einzige ist, was die Patienten gerade in dieses Krankenhaus holt, denn optimale medizinische Qualität gibt es selbstverständlich überall, dann sind der individuelle Arzt und sein Können nicht nur austauschbar, sondern im Grunde überflüssig. Und die Schwestern, die von Patienten zu Zimmermädchen degradiert werden, verzweifeln an ihrer Berufswahl.

Fazit: Patienten, die auf solchen Firlefanz abfahren, sollte man mit Vorsicht anfassen, und man sollte sicherstellen, dass sie wissen, warum sie hier sind.

Prof. Dr. med. Bernd Rieck, 31135 Hildesheim

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