ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2019Meningoenzephalitis: Zielgruppen genauer definieren
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Laut der Prinzipienethik von Childress und Beauchamp sollen wir Ärztinnen und Ärzte neben der Beneficienz und Non-Malefizienz auch den Willen des Patienten (Autonomie) und das Gemeinwohl/Gerechtigkeit im Sinne haben. Gerade letzterer Punkt ist sicherlich uns in Deutschland, die wir nach Bismarkschem Sozialsystem sozialisiert sind, eher fremd. Trotzdem ist es gerade bei Impfungen zu beachten.

Bei den FSME-Impfungen, die hier propagiert werden, ist die Benefizienz und Non-Malefizienz sicher weitgehend gegeben, schon beim Patientenwillen lässt sich angesichts der Impfquoten, die bei ca. einem Drittel der Kinder und noch weniger der Erwachsenen liegt, zweifeln. Noch schlechter sieht es dagegen bei der vierten Säule aus. Allein die Grundimmunisierung kostet gut 100 Euro für Erwachsene und 80 Euro für Kinder. Bei ca. 30 Millionen Menschen, die wir nach RKI gegen FSME impfen sollten, da sie in Risikogebieten leben, sind das ca. 3 Milliarden Euro. Tendenz steigend, da einmal definierte Risikogebiete nicht mehr entfernt werden. Und – anders als z. B. bei den Masern – alles bei einer Erkrankung, die nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Wäre es hier bei durchschnittlich < 300 Erkrankten/Jahr und < 5 Toten/Jahr nicht auch ethisch geboten, die Zielgruppen genauer zu definieren?

Dr. med. Thomas Maibaum, 18106 Rostock

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