ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2019Antikoagulanzien: Vitamin-K-Antagonisten weniger verordnet

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Antikoagulanzien: Vitamin-K-Antagonisten weniger verordnet

Dtsch Arztebl 2019; 116(44): A-1992

Hillienhof, Arne

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Die DOAK-Verordnungszahlen haben die der Vitamin-KAntagonisten mittlerweile überholt. Foto: DedMityay/stock.adobe.com
Die DOAK-Verordnungszahlen haben die der Vitamin-KAntagonisten mittlerweile überholt. Foto: DedMityay/stock.adobe.com

Direkt wirkende orale Antikoagulanzien (DOAK) werden in Deutschland häufiger verordnet als Vitamin-K-Antagonisten. Darauf hat jetzt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hingewiesen. Haupteinsatzgebiet der Antikoagulanzien – zu denen DOAKs und Vitamin-K-Antagonisten zählen – ist die Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern.

Die Gabe von Vitamin-K-Antagonisten gilt allerdings laut dem Zi weiterhin als Therapiestandard. Die geringe therapeutische Breite dieser Wirkstoffe und ihr hohes Interaktionspotenzial mit anderen Wirkstoffen sowie Nahrungsmitteln machen es jedoch nötig, die Therapie genau zu überwachen.

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Die neuen DOAKs wurden seit 2008 zugelassen. In den Zulassungsstudien senkten sie das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern ähnlich gut wie die Vitamin-K-Antagonisten. Unter den DOAK war jedoch bei den in die Studien eingeschlossenen Patienten das Risiko einer Hirnblutung geringer.

Die DOAK-Verordnungszahlen steigen dem Institut zufolge weiter an. „Die Entscheidung für einen VKA wie Phenprocoumon oder ein DOAK sollte sich nach Begleiterkrankungen, Co-Medikation und Präferenz des Patienten richten. VKA sollten weiterhin bevorzugt eingesetzt werden, beispielsweise bei Patienten mit einem hohen Risiko für gastrointestinale Blutungen, mit unsicherer Adhärenz oder deren ‚International Normalized Ratio‘ mit einem Vitamin-K-Antagonisten stabil im therapeutischen Bereich liegt“, erläuterte der Vorsitzende der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig. hil

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