ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2019Randnotiz: In der Ruhe liegt die Kraft

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Randnotiz: In der Ruhe liegt die Kraft

Dtsch Arztebl 2019; 116(44): A-1991 / B-1631 / C-1599

Schmedt, Michael

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Eine Googlesuche nach Risikofaktoren für eine Alzheimererkrankung ergibt einen bunten Blumenstrauß: Mal werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen genannt, mal eine schnelle Gewichtsabnahme oder auch ein Vitamin-D-Mangel – so lauten zumindest die Schlagzeilen in der Ergebnisliste der Recherche.

Jetzt haben Forscher der Duke University in Durham in einer Studie des Fachjournals Jama Network Open untersucht, inwieweit die Gehgeschwindigkeit etwas über den Gesundheitszustand eines Menschen aussagen kann. Bislang war der Zusammmenhang nur bei älteren Menschen untersucht worden. Die Forscher haben nun festgestellt, dass auch 45-Jährige, die schneller gehen, durchschnittlich physisch und geistig jünger sind. Bei der Untersuchung zeigte sich ein klarer Zusammenhang der Gehgeschwindigkeit mit dem Zustand des Gehirns und der körperlichen Fitness. Am stärksten war er bei der Höchstgeschwindigkeit. Im Umkehrschluss las man direkt Schlagzeilen wie „langsames Gehen deutet auf Risiko für Demenz hin“ – ein Risikofaktor mehr in der Auflistung.

Heißt das aber, dass wir im Alltag nicht nur die von der Welt­gesund­heits­organi­sation empfohlenen 10 000 Schritte tun müssen, um gesund zu bleiben, sondern diese auch noch schnell? Wie verträgt sich das mit der ohnehin immer hektischer werdenden Welt, in der wir schnellen Schrittes von Termin zu Termin hetzen? Stress macht schließlich auch anfälliger für Alzheimer, mutmaßen Forscher im British Medical Journal. Die Lösung liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte. Daher: Flanieren muss erlaubt bleiben, denn in der Ruhe liegt die Kraft.

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