PHARMA

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Dtsch Arztebl 2019; 116(45): A-2089

Eckert, Nadine; Zylka-Menhorn, Vera; BB; DJB; ham

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Risiko für falsche Dosierung von Onivyde® Die Bezeichnung der Stärke von liposomalem Irinotecan (Onivyde, Servier) wurde geändert. Es besteht das Risiko von Medikationsfehlern durch falsche Berechnung der Dosierung. Das Arzneimittel wird zur Behandlung des metastasierten Adenokarzinoms des Pankreas eingesetzt.

Die Stärke wird jetzt als wasserfreies Irinotecan als freie Base (4,3 mg/ml) und nicht mehr als Irinotecan-Hydrochlorid x 3 H2O (5 mg/ml) ausgedrückt. Die empfohlene Anfangsdosis wird nun auf Grundlage von 70 mg/m2 Irinotecan als freie Base berechnet. Die Menge der Wirksubstanz in der Durchstechflasche bleibt unverändert. Bei Verwendung des falschen Dosierungsalgorithmus kann die Dosierung um 16 % abweichen. Der klinische Effekt und die Sicherheit einer solchen falschen Dosierung sind derzeit nicht bekannt. nec

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Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 2019-58

Relafalk® zur Behandlung der Reisediarrhoe – Mit Relafalk (Rifamycin SV, Dr. Falk Pharma) wird erstmals ein Antibiotikum verfügbar, das durch die MMX®-Technologie gezielt im Dickdarm wirksam ist. Mittels eines innovativen Mechanismus, der eine pH-abhängige und verzögerte Freisetzung kombiniert, wird der Wirkstoff Rifamycin SV selektiv im terminalen Ileum und Kolon freigesetzt. Da Rifamycin SV fast nicht resorbiert wird (unter 1 %), wirkt es somit gezielt am Ort der Erkrankung. Diese Wirkweise wird als Target-to-Organ-Therapie bezeichnet.

Jeweils zwei 200 mg Rifamycin-SV-MMX-Tabletten werden üblicherweise 3 Tage lang 2-mal täglich unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen. Relafalk ist ab dem 1. Dezember 2019 zur Behandlung einer Reisediarrhoe ohne klinische Anzeichen einer invasiven Enteritis verfügbar. zyl

Quelle: Pressemitteilung von Dr. Falk Pharma vom 29. Oktober 2019

Neue Therapieoptionen bei ROP und erblicher Netzhautdystrophie – Die Zulassungserweiterung von Ranibizumab (Lucentis®, Novartis) in der Indikation Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) eröffnet für pädiatrische Patienten neue Perspektiven. Eingesetzt werden kann es zur Behandlung der ROP in Zone I (Stadium 1+, 2+, 3 oder 3+) und Zone II (Stadium 3+) sowie bei AP-ROP (aggressive posteriore ROP). „Ranibizumab senkt den intraokularen VEGF-Spiegel, der ursächlich für die Entwicklung einer behandlungsbedürftigen ROP ist, ohne dabei Netzhautgewebe zu zerstören. Somit bietet Ranibizumab eine innovative Behandlungsmöglichkeit, die den Eltern von Frühgeborenen neue Hoffnung geben kann“, sagte Prof. Dr. med. Andreas Stahl, Greifswald, Leiter der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie RAINBOW.

Als ebenfalls wegweisend gilt die erste zugelassene Gentherapie in der Augenheilkunde zur Behandlung einer erblichen Netzhautdystrophie mit bestätigten biallelischen Mutationen im RPE65-Gen und ausreichend lebensfähigen Netzhautzellen. Voretigen Neparvovec (Luxturna®, Novartis) stellt in den Zellen des retinalen Pigmentepithels eine korrekte Kopie des RPE65-Gens bereit. Im Mai 2019 wurde in München die erste Patientin mit dem Gentransfervektor in Deutschland behandelt. bb

Quelle: Pressegespräch „Blickpunkt Kinderaugen – Novartis öffnet neue Perspektiven für pädiatrische Patienten“ im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, Berlin, 25. September 2019; Veranstalter: Novartis

Botox® reduziert Kopfschmerztage bei chronischer Migräne – Migränepatienten, die auf eine prophylaktische Medikation nur unzureichend ansprechen oder diese nicht vertragen, können mit Botulinumtoxin A (Botox, Allergan) behandelt werden. Das Präparat wird nach einem standardisierten Schema alle 12 Wochen in festgelegte Muskeln im Stirn- und Nackenbereich injiziert. Die Therapie verringert die Zahl der Migränetage signifikant im Vergleich zu Placebo. Mehr als 70 % der Patienten erreichen nach dem dritten Injektionszyklus eine Reduktion der Kopfschmerztage um mindestens die Hälfte. Wie Dr. med. Astrid Gendolla, Essen, betonte, müssen für die Injektionen pro Zyklus insgesamt 155 Einheiten Botulinumtoxin A verwendet werden. Die Behandlung darf nur von Neurologen durchgeführt werden. Kontraindikationen sind Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern- und Jugendlichen ist die Anwendung off-label. Der Therapieerfolg kann erst nach 3 Behandlungszyklen beurteilt werden. djb

Quelle: Meet the Expert auf dem 92. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Stuttgart, 26. September 2019; Veranstalter: Pharm-Allergan GmbH

Herzinsuffizienz-Patienten profitieren von Dapagliflozin – Nicht nur Patienten mit Typ-2-Diabetes profitieren von dem SGLT-2-Hemmer Forxiga® (Dapagliflozin, AstraZencea), sondern auch Herzinsuffizienz-Patienten mit und ohne Diabetes. Das belegt die DAPA-HF-Studie, in die 4 744 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz eingeschlossen waren. Die Teilnehmer erhielten zusätzlich zur Standardtherapie entweder 1-mal täglich Dapagliflozin 10 mg oder ein Placebo.

Im Vergleich zu Placebo reduzierte das Antidiabetikum das Risiko für kardiovaskulären Tod oder für eine Hospitalisierung aufgrund der Herzinsuffizienz um 26 %. Dabei gab es zwischen Diabetikern (42 % der Studienteilnehmer) und Nicht-Diabetikern keinen Unterschied. Das Sicherheitsprofil war mit Placebo vergleichbar. „Wenngleich wir die Mechanismen noch nicht ganz verstanden haben: Dapagliflozin ist mehr als ein Antidiabetikum und bereichert die Therapie der leichten bis mittelschweren Herzinsuffizienz“, sagte Prof. Dr. med. Michael Böhm, Homburg/Saar. ham

Quelle: Pressegespräch „Erste Endpunkt-Studie mit einem SGLT-2-Hemmer bei Herzinsuffizienz“ anlässlich der DGK-Herztage 2019, Berlin, 11. Oktober 2019; Veranstalter: AstraZeneca

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