ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2019Psychotherapeuten: Letzte Reparaturinstanz
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Mit Sorge sehe ich die Entwicklung, lediglich eine Psychotherapieausbildung machen und damit an Behandlung teilnehmen zu können. Sicherlich hat die Psychotherapie ihren Stellenwert. Sie wird aber oft überschätzt. In langer Berufstätigkeit habe ich dies wiederholt erlebt, denn sie ist letztlich nur ein Teil der Psychiatrie.

Fallpauschalen im ambulanten und stationären Bereich haben zu diesem Trend, teils mit fatalen Auswirkungen, beigetragen. Ich erlebte immer wieder lange Behandlungen ohne besonderes Ergebnis, mit der Folge, dass das soziale, berufsmäßige und private Leben der Betroffenen „kaputt ging“. Zuletzt wurde dann doch der Psychiater konsultiert, als letzte Reparaturinstanz. In der Psychotherapie ist zuvor lange Zeit gutes Geld verdient worden. Besonders konnte ich dies bei Depressionsbehandlungen beobachten.

Die psychiatrische Ärzteschaft lässt sich damit das Ruder aus der Hand nehmen. Der Wunsch nach Psychotherapie ist übermäßig groß. Sie ist populär, Coca Cola auch.

Anzeige

Dr. med. Helgo Grabke, 45657 Recklinghausen

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige