ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2019Schwer psychisch Kranke: Aktualisierte S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien

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Schwer psychisch Kranke: Aktualisierte S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien

PP 18, Ausgabe November 2019, Seite 485

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Psychosoziale Therapien stellen eine zentrale Säule in der Behandlung schwer psychisch erkrankter Menschen dar. „Neben der ärztlich-psychotherapeutischen Behandlung tragen sie wesentlich dazu bei, die Selbstbestimmung und Teilhabe der Betroffenen zu stärken.“ Darauf wies Prof. Dr. med. Steffi Riedel-Heller von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hin. Deutschland biete ein dichtes Netz an Versorgungs- und Betreuungsangeboten für psychisch Kranke und erstklassige psychosoziale Therapien. Doch der Überblick über die Vielzahl der Angebote falle schwer, sagte Riedel-Heller, Mitautorin der S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ unter Federführung der DGPPN. Die Leitlinie, die jetzt in aktualisierter Neuauflage vorliegt, soll dabei Abhilfe schaffen. Sie stellt therapeutische Maßnahmen vor, die die Betroffenen dabei unterstützen sollen, beispielsweise in der eigenen Wohnung zu leben oder einer Arbeit nachzugehen. Psychische Erkrankungen seien mit einem Anteil von 77 Prozent bei Wohnungslosen besonders verbreitet. 60 Prozent der chronisch psychisch Kranken gingen keiner sozial­ver­sicherungs­pflichtigen Beschäftigung nach, so Riedel Heller.

Die zweite Auflage der S3-Leitlinie umfasst evidenz- und konsensbasierte Behandlungsempfehlungen. Sie bietet Informationen zu den sehr heterogenen psychosozialen Interventionen und eine Matrix des deutschen Versorgungssystems. Zur Verfügung stehen eine Patienten- und Angehörigenversion der Leitlinie und neu, die Online-Wissensplattform „TheraPart“, über die Leitlinieninformationen laienverständlich und übersichtlich abrufbar sind. PB

Langfassung der Leitlinie: http://daebl.de/AS99

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