ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2019Psychische Gewalt: Kein Rückgang beim Stalking

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Psychische Gewalt: Kein Rückgang beim Stalking

PP 18, Ausgabe November 2019, Seite 486

Hillienhof, Arne

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Das Hauptproblem von betroffenen Frauen sind Ex-Partner, die zum Stalker werden. Foto: highwaystarz/stock.adobe.com
Das Hauptproblem von betroffenen Frauen sind Ex-Partner, die zum Stalker werden. Foto: highwaystarz/stock.adobe.com

In den letzten 15 Jahren ist die Zahl der Stalkingopfer nicht zurückgegangen, obwohl Polizei und Justiz mittlerweile verschärft dagegen vorgehen. Das berichten Wissenschaftler des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim nach einer Studie im Auftrag der Weisser Ring Stiftung. Sie haben 2018 erhobene Daten aus einer Befragung von Mannheimer Bürgern mit Daten einer Studie aus dem Jahr 2003 verglichen: 10,8 Prozent der Befragten im Jahr 2018 haben angegeben, von Stalking betroffen zu sein. 2003 waren es 11,6 Prozent.

„Dies spricht einerseits für die Reliabilität der mit unserer Methode erhobenen Ergebnisse. Andererseits muss leider auch festgehalten werden, dass die Häufigkeit von Stalking im Zeitverlauf nicht signifikant abgenommen hat, obwohl gegen Stalker mittlerweile verschärft mit polizeilichen und strafrechtlichen Mitteln vorgegangen werden kann“, sagte Prof. Dr. med. Harald Dreßing, Leiter Forensische Psychiatrie am ZI. Auch die Geschlechterverteilung von Tätern und Betroffenen ist laut Studie in den vergangenen 15 Jahren weitgehend identisch geblieben. Frauen sind mit einem Anteil von 14,4 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer (5,1 Prozent). „Das Hauptproblem sind nach wie vor Ex-Partner, die zum Stalker werden“, sagte Dreßing. Auffällig sei, dass mit Cyberstalking eine neue Methode hinzugekommen sei.

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Nach wie vor seien die gesundheitlichen Auswirkungen bei den Betroffenen erheblich. „Stalking ist psychische Gewalt und eine schwerwiegende Straftat. Die Opfer leiden teils jahrelang unter den Folgen der permanenten Nachstellung und Belästigung. Sie werden meist über eine langen Zeitraum verfolgt, belästigt und bedroht“, so Dreßing. Für den Weissen Ring als Hilfsorganisation stellt Stalking ein zunehmend wichtigeres Thema in der Opferarbeit dar“, sagte Jörg Ziercke, Kuratoriumsvorsitzender der Weisser Ring Stiftung. Er wies darauf hin, dass die Organisation ein digitales Hilfsmittel für Betroffene von Stalking entwickelt hat: Sie können mithilfe einer Smartphone-App Fotos, Videos und Sprachaufnahmen von Stalking-Vorfällen erstellen. Mit der „No Stalk App“ sei eine authentische Beweissammlung möglich. Für Menschen, die von Stalking betroffen sind, bietet das ZI in Mannheim eine Spezialambulanz an. hil

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