ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2019Klimaschutz: Kollektive Verleugnung
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Über die „Psychologists/Psychotherapists for future“-Initiative und ihre gesellschaftliche Analyse habe ich mich sehr gefreut. Trotz der massiven Proteste zum Klimaschutz ist das Ergebnis des Klimapakts sehr mager ausgefallen. Wenn wir uns fragen, woran das unter anderem liegt, warum die Verantwortlichen scheinbar die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs nicht erkennen, stoßen wir auf einen weiteren kollektiven Abwehrmechanismus, nämlich kollektive Verleugnung. Verleugnet wird, dass unsere Demokratie nicht funktionieren kann, wenn die deutschen Volksvertreter legale Nebeneinkünfte haben dürfen (legale Korruption, die sogar vom Europarat GRECO [Staatengruppe gegen Korruption] jährlich moniert wird) und so mit ihren Entscheidungen nicht mehr ihrem Gewissen und den Menschen verpflichtet sind, sondern denen, die ihnen die Zuwendungen zukommen lassen (mehr dazu bei LobbyControl). Ebenso verhält es sich mit unseren Ministern, die nach dem Motto regieren dürfen „erst wird geliefert, dann bezahlt“ und ohne oder mit nur geringer Karenzfrist in die Wirtschaftszweige überwechseln dürfen, die sie zuvor eigentlich hätten regulieren sollen (bei Abgeordnetenwatch finden sich zahlreiche Beispiele). Von legalen und illegalen Parteispenden ganz zu schweigen. Vielleicht schaffen wir, die vielen Akteure der Zivilgesellschaft, es zusammen, der Gesellschaft die Augen für diesen eklatanten Missstand zu öffnen und zusammen mit den vielen unkorrupten Abgeordneten, die ihre Arbeit redlich und ernst nehmen, diesen Missbrauch auf höchster Ebene zu verbieten, sodass wir wieder handlungsfähige Mandatsträger bekommen, die den Mut aufbringen, die Konzernokratie in die Schranken zu weisen.

Dipl.-Psych. Ulrike Atlas-Kotzamanidis, 60322 Frankfurt

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