ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2019Schwangerschaftsübelkeit: Posttraumatische Stressbelastung möglich

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Schwangerschaftsübelkeit: Posttraumatische Stressbelastung möglich

PP 18, Ausgabe November 2019, Seite 520

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Von Schwangerschaftsübelkeit sind etwa 80 Prozent der Schwangeren in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft betroffen. Zwischen 0,2 und drei Prozent der Schwangeren entwickeln eine schwere Form, die zu Kreislaufproblemen und Mangelernährung führen kann. Norwegische und deutsche Ärztinnen und Psychotherapeutinnen haben untersucht, wie sich verschiedene Grade von Schwangerschaftsübelkeit auf das psychische Befinden von Schwangeren auswirkt.

Acht Wochen nach der Geburt ließ sich eine deutliche posttraumatische Stressbelastung bei Frauen mit schwerer Schwangerschaftsübelkeit im Vergleich zu Frauen mit geringer und keiner Schwangerschaftsübelkeit feststellen. „Auch zwei Jahre nach der Geburt war dieser Unterschied noch festzustellen“, berichten die Autorinnen. Die betroffenen Frauen litten unter Flashbacks, Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und Nervosität, vermieden es, über ihre Schwangerschaftsübelkeit zu sprechen, wollten sich nicht daran erinnern und fühlten sich im Arbeit- und Privatleben dadurch beeinträchtigt.

Um posttraumatische Stresssymptome, die durch Schwangerschaftsübelkeit hervorgerufen werden, zu reduzieren, empfehlen die Autorinnen eine ganzheitliche Betreuung von Schwangeren mit starker Übelkeit, bei der nicht nur die körperlichen Symptome behandelt, sondern auch psychologische und soziale Unterstützung angeboten werden. ms

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Kames Kjeldgaard H, Vikanes Å, Šaltytė Benth J, Junge C, Garthus-Niegel S, Eberhard-Gran M: The association between the degree of nausea in pregnancy and subsequent posttraumatic stress. Archives of Women‘s Mental Health 2019; 22 (4): 493–501.

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