ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2019Schwer kranke Kinder: Posttraumatisches Wachstum bei Eltern

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Schwer kranke Kinder: Posttraumatisches Wachstum bei Eltern

PP 18, Ausgabe November 2019, Seite 520

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Für Eltern, deren Kind schwer erkrankt ist, sind Sorgen und Ängste um das Kind oft traumatisierend – allerdings nicht für alle. Zu diesem Ergebnis kamen spanische Psychologen, nachdem sie 143 Eltern zu ihrem Umgang mit der schweren Erkrankung ihrer Kinder und deren Aufenthalt auf einer Intensivstation befragt haben. Die Befragungen fanden 48 Stunden und nochmals sechs Monate nach der Entlassung der Kinder aus der Intensivstation statt.

Alle Eltern berichteten, dass dies eine schwere Zeit für sie gewesen sei. „37 Prozent der Befragten sahen jedoch auch positive Aspekte“, so die Autoren. Diese Eltern berichteten, dass sie sich dadurch positiv verändert hätten und daran gewachsen waren, weniger Stress empfanden und zuversichtlich in die Zukunft blickten – die Autoren bezeichnen dies als „posttraumatisches Wachstum“. 78 Eltern meinten, dass sich ihre interpersonellen Beziehungen vertieft hätten, 64 Eltern gaben an, sich weiterentwickelt zu haben, und 30 Eltern berichteten, spirituell ein tieferes Verständnis gewonnen zu haben.

Diese Eltern verfügten nach Meinung der Autoren über eine hohe Resilienz, die ihnen in der schweren Zeit positive Emotionen wie Hoffnung und innere Stärke vermittelt und ihnen zum posttraumatischen Wachstum verholfen hat. Letzteres ist laut den Autoren kein seltenes Phänomen, wird im klinischen Alltag aber häufig übersehen. Die Autoren plädieren dafür, die Resilienz von Eltern zu fördern, beispielsweise durch Copingstrategien wie positives Denken. Auf diese Weise können Eltern positive Emotionen entwickeln und gestärkt aus Krisen hervorgehen. ms

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Rodríguez Rey R, Alonso Tapia J: Predicting posttraumatic growth in mothers and fathers of critically ill children. Journal of Clinical Psychology in Medical Settings 2019; 26 (3): 372–381.

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