ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2019Psychokardiologie: Einstieg in die psychosomatische Perspektive

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Psychokardiologie: Einstieg in die psychosomatische Perspektive

PP 18, Ausgabe November 2019, Seite 521

Eichenberg, Christiane

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Die Symptome des Herz-Kreislauf-Systems gehören zu den häufigsten der internistischen- und der Allgemeinpraxis. Zugleich stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen neben Tumorerkrankungen in den Industrieländern die häufigste Todesursache dar. Bei etwa 40 Prozent aller Patienten mit Herzbeschwerden findet man einen typischen Konflikthintergrund, wobei hier Aspekte der Angst zentral sind. In den letzten Jahren konnte in einer Vielzahl von Studien gezeigt werden, dass psychosoziale Faktoren eine wichtige Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen und dies in einem breiten Spektrum von Erkrankungen. Dieses Wissen hat Eingang in die Praxis gefunden, was daran erkennbar ist, dass sich Patientenratgeber, aber auch Einführungen für alle medizinischen und psychosozialen Berufsgruppen, die mit diesen Patienten zu tun haben, genau diesen Aspekten widmen.

Im Vergleich zu anderen medizinischen Fächern ist die psychosomatische Perspektive hier zwar bereits deutlicher vertreten, nichts desto trotz ist ein psychokardiologisches Vorgehen in der Praxis noch nicht regelhaft etabliert. Mit dem Begriff Psychokardiologie wird der biopsychosoziale Ansatz in der Kardiologie bezeichnet. Sie ist demnach keine Spezialdisziplin, sondern bezieht sich vielmehr auf die ärztliche Haltung, die bei allen Patienten psychische, somatische und soziale Faktoren bei Entstehung und Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließt.

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Das Buch trägt dazu bei, eine entsprechende Haltung zu entwickeln. Es werden die häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgestellt und zwischen der Psychokardiologie und der Kardiopsychosomatik differenziert und damit die biopsychosozialen Faktoren in der Ätiopathogenese von verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die psychosozialen Auswirkungen entsprechender Erkrankungen dargelegt und an Kasuistiken erläutert. Verschiedene psychotherapeutische und komplementärmedizinische Behandlungsoptionen finden Berücksichtigung. Die Autoren haben ein fundiertes klinisches Wissen. Das Buch kann allen, die einen ersten Einstieg in die psychosomatische Perspektive von Herz-Kreislauf-Erkrankungen suchen, empfohlen werden. Christiane Eichenberg

Rainer Schubmann, Silke Eckelt, Sebastian Hermes, Boris Leithäuser: Psycho-Kardiologie. KOMPAKT. Verständlich auf den Punkt gebracht. Spitta Verlag, Stuttgart 2018, 228 Seiten, kartoniert, 14,80 Euro

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