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Kulturkalender: Fluten von Licht und Luft

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

DÜSSELDORF/FRANKFURT(M.)

Bis 1. März bzw. bis 26. Januar:

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Edvard Munch/House of Norway

Munchmuseet, Oslo; Foto: © Kunstsammlung NRW
Munchmuseet, Oslo; Foto: © Kunstsammlung NRW

Ein unbekannter, ungemein reizvoller Munch ist aktuell in Deutschland zu entdecken. Die rund 140 im Düsseldorfer K 20 ausgestellten Gemälde und grafischen Arbeiten waren hierzulande bisher nie oder nur selten zu sehen (Bild: „Woman with Poppies“, 1918/19, Öl auf Leinwand). Ausgewählt hat sie der norwegische Schriftsteller Karl Ove Knausgård, die Schau ist Ausdruck seiner Perspektive auf den Maler. Anlässlich der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt mit dem Gastland Norwegen sind im dortigen Museum Angewandte Kunst ebenfalls nie gezeigte Grafiken Munchs sowie Werke seiner Landsleute ausgestellt.

K 20, Grabbeplatz, Di.–Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr; Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, Di. + Do.–So. 10–18, Mi. 10–20 Uhr

HAMBURG

9. November bis 26. Januar:

Oscar Murillo. Horizontal Darkness

Prominentester Nominierter des renommierten Turner Prize 2019, dessen Gewinner Anfang Dezember bekanntgegeben wird, ist der kolumbianische, in London lebende Künstler Oscar Murillo. 1986 geboren, wurde sein innovatives Werk bereits weltweit in zahlreichen Einzelschauen gewürdigt: Neben vorwiegend großformatigen abstrakten Gemälden von bestechender Schönheit und Farbästhetik kreiert Morillo innovative Ensembles aus verschiedenen Materialien und Medien, in die er seine Ideen zu einer humanen globalisierten Welt einfließen lässt.

Kunstverein, Klosterwall 23, Di.–So.12–18 Uhr; jeden Do. um 17 Uhr: Öffentl. Führungen

Halle (Saale)

Bis 12. Januar 2020:

Das Comeback

Bis zur NS-Aktion „Entartete Kunst“ war das Kunstmuseum Moritzburg ein wichtiger Ort der klassischen Moderne in Deutschland. Die bedeutende Sammlung mit Werken von Beckmann und Feininger über Kandinsky, Klee und Kirchner bis hin zu Noldes letztem Abendmahl und den berühmten Tierbildnissen von Marc wurde damals in alle Winde verstreut. Zum 100. Jubiläum des Bauhauses werden circa 40 der verlorenen Schätze im Dialog mit Arbeiten präsentiert, die damals der Vertreibung entgingen.

Kunstmuseum Moritzburg, Friedemann-Bach-Platz 5, tgl. (außer Mi.) 10–18 Uhr

KÖLN

1. November bis 1. März:

Inside Rembrandt

Im Rembrandt-Jahr 2019, in dem sich der Todestag des Ausnahmekünstlers zum 350. Mal jährt, feiern weiterhin hochkarätige Sonderausstellungen sein berühmtes Oeuvre. So auch im Wallraf-Richartz-Museum, das herausragende Gemälde des Niederländers zusammen mit 30 seiner exquisiten Radierungen vorstellt. Die Exponate stammen etwa vom New Yorker Moma, der Nationalgalerie Prag und dem Rijksmuseum. Bei den Grafiken konnte dagegen aus dem großen eigenen Bestand geschöpft werden: Das Wallraf besitzt 166 von Rembrandts insgesamt 314 Radierungen.

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, Di.–So.10–18 Uhr, 1. u. 3. Do. im Monat 10–22 Uhr

MÜNSTER

8. November bis 26. Januar:

Turner. Horror and Delight

Joseph Mallord William Turner (1775– 1851), Sohn eines Perückenmachers in London, avancierte im Laufe seiner Künstlerkarriere zum bedeutendsten britischen Landschaftsmaler der Romantik. Die Ausstellung in Kooperation mit der Tate Britain, die allein 80 Gemälde und Aquarelle beisteuerte, richtet den Blick auf Turners Reisen in die Schweiz und nach Italien. Dort löste er sich in seinem Spätwerk immer mehr von der Gegenständlichkeit, indem er seine Landschaften visionär in Fluten von Licht und Luft tauchte.

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10, Di.–Do. 9–18, Fr.–So. 10–20, 2. Fr. im Monat 10–24 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Freuds Konzept des Unheimlichen

Buchcover: Routledge
Buchcover: Routledge

1919 beschrieb Sigmund Freud „das Unheimliche“ als das „Heimliche“, dem Seelenleben des Menschen Vertraute – eine Form der Angst vor dem, was dem Bewusstsein durch den Prozess der Verdrängung abhanden kam. Das Freud Museum London nimmt den berühmten Aufsatz 100 Jahre später zum Anlass, mit der Ausstellung „The Unscanny: A Centenary“ Freuds Konzept des Unheimlichen zu würdigen und dessen großen Einfluss auf die Psychoanalyse bis heute sowie auf Kunst, Film und Literatur zu zeigen. Ein gerade erschienenes Buch der International Psychoanalytical Association zu dem Thema (Bild) begleitet die Schau. Neben Radierungen des deutschen Surrealisten Hans Bellmer sind Kunstwerke zu sehen, die eigens für die Ausstellung geschaffen wurden.

„The Unscanny: A Centenary“, Freud Museum London, 20 Maresfield Gardens, London NW3 5SX,

Mi.–So. 12–17 Uhr (bis 9. Februar 2020)

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