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Dtsch Arztebl 2019; 116(46): A-2144

BB; nao; SCI; grue; KJD

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Reduktion der Behandlungslast mit Eylea® möglich – Da bei der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) oder dem diabetischen Makulaödem (DMÖ) die Injektionen von Angiogenese-Inhibitoren wie Aflibercept (Eylea, Bayer) dauerhaft erfolgen müssen, zielen Therapiekonzepte darauf ab, die Behandlungslast durch verlängerte Therapieintervalle zu reduzieren.

Das proaktive Treat-&-Extend (T&E) Konzept ist ein solcher Ansatz für die Therapie der nAMD mit Aflibercept. Eine Interimanalyse aus der ARIES-Studie in Woche 52 zeigt, dass ein früher T&E-Beginn bereits nach dem ersten 8-Wochen-Behandlungsintervall gegenüber einem späten T&E-Konzept, das erst nach 1 Jahr beginnt, nicht unterlegen ist. Die initialen Visusgewinne wurden in beiden Gruppen bis Woche 52 gehalten und waren vergleichbar. Die Intervalle bereits im 1. Jahr der nAMD-Therapie zu verlängern, ist seit Juli 2018 zugelassen. Beim DMÖ sind eine intensive und frühe Behandlung in der Loading-Phase sowie die Therapietreue essenztiell, um die Zahl der Injektionen im 2. Jahr zu verringern. bb

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Quelle: Pressekonferenz „Den Patienten im Blick – Möglichkeiten zur Reduktion der Behandlungslast mit Eylea® (Aflibercept) für Patienten mit nAMD und DMÖ“, Berlin, 26. September 2019; Veranstalter: Bayer Vital GmbH

Neue Daten zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC – Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), die keine genetische Mutation aufweisen, die eine gezielte Therapie ermöglichen würde, werden in der Erstlinie mit einer Kombination aus Immun-Checkpoint-Inhibitoren und Chemotherapeutika behandelt. In der Zweitlinientherapie sind laut der VARDAGO-Studie gute Ergebnisse mit dem 3-fach zielgerichteten Angiokinase-Inhibitor Nintedanib in Kombination mit Docetaxel zu erzielen. Die objektive Ansprechrate betrug 50 %, die Krankheitskontrollrate 79 % und das mediane progressionsfreie Überleben 7 Monate. Bei Karzinomen mit einer EGFR-Mutation werfen neue Daten aus der Real-Life-Studie GioTag Fragen nach der optimalen Therapiesequenz auf. Patienten, die unter Therapie mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Afatinib eine Resistenz entwickelten, wurden mit einem Drittgenerations-EGFR-TKI (z. B. Osimertinib) behandelt. Mit dieser Sequenz wuchs die Behandlungsdauer von 12–15 auf 28–30 Monate. Wird Osimertinib schon zu Beginn verwendet, entwickelt sich ein heterogenes Resistenzprofil, das nicht mehr zielgerichtet behandelt werden kann. nao

Quelle: Webinar „Planen, umdenken und aus der Praxis lernen! Interaktiver MediaDialog zur Therapie des NSCLC“, 8. Oktober 2019; Veranstalter: Boehringer Ingelheim

Erstlinien-Erhaltungstherapie des Ovarialkarzinoms mit Niraparib – In der Phase-III-Studie PRIMA erhielten 728 Patientinnen mit neu diagnostiziertem Ovarialkarzinom und hohem Rezidivrisiko nach Ansprechen auf eine platinbasierte Erstlinientherapie randomisiert Niraparib (Zejula®, Tesaro) oder Placebo. In der gesamten Population wurde das Rezidivrisiko um 38 % reduziert. Im Median waren die Patientinnen 13,8 vs. 8,2 Monate ohne Progress (HR 0,62; 95-%-KI 0,50–0,76; p < 0,001).

Für HR-(homologe-Rekombination-)defiziente Patientinnen betrug das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) 21,9 Monate unter Niraparib vs. 10,4 Monate unter Placebo (HR 0,43; 95-%-KI 0,31–0,59; p < 0,001). Der PFS-Vorteil unter Niraparib war in allen präspezifizierten Subgruppen zu beobachten, bei BRCA-mutierten und BRCA-Wildtyp-Tumoren und auch in der HR-kompetenten Subgruppe (HR 0,68; 95-%-KI 0,49–0,94). SCI

Quelle: Satellitensymposium „No maintenance is not an option anymore: PARP inhibition in ovarian cancer“, Barcelona, 29. September 2019; Veranstalter: Tesaro Bio Germany GmbH 

Überlebensvorteil für Kombinationstherapie mit Ribociclib beim Mammakarzinom – Eine Kombination aus Ribociclib (Kisqali®, Novartis) plus Fulvestrant kann bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem HR+/HER2–-Mammakarzinom das Gesamtüberleben (OS) verlängern. Es betrug nach 42 Monaten 58 % – verglichen mit 46 % unter Fulvestrant allein, wie neue Daten der Studie MONALEESA-3 zeigen. Dies entspricht einer Reduktion des Sterberisikos um 28 % (medianes OS noch nicht erreicht vs. 40,0 Monate; HR 0,72; p = 0,00455).

Das mediane progressionsfreie Überleben konnte unter Erstlinientherapie mit der Ribociclib-Kombination auf 33,6 Monate im Vergleich zu 19,2 Monaten verlängert werden (HR 0,546). Eine Chemotherapie wurde mit diesem Regime hinausgezögert. Die Nebenwirkungen der Studienmedikation entsprachen den bisherigen Beobachtungen. Die Ergebnisse ergänzen die Resultate der Phase-III-Studie MONALEESA-7 bei prä- und perimenopausalen Patientinnen: Darin wurde nach 42 Monaten unter Ribociclib in Kombination mit einer endokrinen Therapie gegenüber alleiniger endokriner Therapie ein verlängertes Gesamtüberleben von 70,2 % vs. 46 % erreicht. grue

Quelle: Pressegespräch „MONALEESA-3 und -7 beim fortgeschrittenen HR+/HER2–- Mammakarzinom: Initiale endokrinbasierte Kombinationstherapie mit Ribociclib kann das Gesamtüberleben verlängern“, Berlin, 11. Oktober 2019; Veranstalter: Novartis Pharma GmbH

Tecfidera® in der Behandlung der Multiplen Sklerose – In einer über 10 Jahre dauernden Beobachtungsstudie zeigten über die Hälfte der mit Dimethylfumarat (Tecfidera, Biogen) behandelten Multiple-Sklerose-(MS-)Patienten einen schubfreien Verlauf. Bei 64 % der Studienpopulation wurde keine Behinderungsprogression festgestellt und bei 79 % blieb die Gehfähigkeit ohne bedeutende Einschränkung erhalten.

Eine retrospektive Analyse der entsprechenden Register aus Finnland, Schweden und dem europäischen (PEG)Interferon-Schwangerschaftsregister erlaubt die Vermutung, dass die MS-Behandlung mit (PEG)INF-beta keine Risiken für die Gestation und das Kind birgt. KJD

Quelle: Satellitensymposium „Gestern war heute noch morgen: Welche Zukunftstrends beeinflussen den neurologischen Alltag?“, Stuttgart, 27. September 2019; Veranstalter: Biogen

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