ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2019Krankenkassen: Überkommenes Hoheitsdenken
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Ja, es wird ungemütlich, wenn jetzt die ersten digitalen Fakten den analogen Alltag erreichen. Vielen Dank für Ihr kritisches Editorial. Sie verwenden zweimal den Begriff Hoheit, der auch bei Daten derzeit eine Konjunktur erlebt. Über Hoheitsgebiete vermag ein Staat nicht nur zu verfügen, sondern er bestimmt auch die geltenden Regeln.

Weder bei Daten noch für Anamnese, Diagnose und Therapie, noch bei digitalen Systemen trifft diese Verfügungskategorie zu. Gedanken wie erlittener Kolonialismus und der Freiheitsraub der Sklaverei schwingen als Oberton weiter mit. Diese Vorstellung suggeriert übersteigerte Vorstellungen von Verfügungsmacht, wie sie beispielsweise noch im Begriff des „Dienstherrn“ vorkommen.

Die Zuweisung von Hoheit erscheint mir grundsätzlich in einer globalisiert gedachten Welt als überkommen. Gegenwärtig wirken Begriffe aus sich selbst heraus besonders stark, weil die formalen Machtverhältnisse noch nicht wirklich geklärt sind. Aus diesen Gründen bitte ich Sie, den Gebrauch des Begriffs Hoheit zu überdenken und zu vermeiden.

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Dr. med. Stefan Streit, 51065 Köln

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