ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2019GOÄ-Ratgeber: Einbringung von Arzneimitteln in einen parenteralen Katheter im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose

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GOÄ-Ratgeber: Einbringung von Arzneimitteln in einen parenteralen Katheter im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose

Dtsch Arztebl 2019; 116(46): A-2152 / B-1760 / C-1720

Heck, Beate

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Für die Verabreichung von Arzneimitteln über einen parenteralen Katheter nach Nr. 261 GOÄ gilt, dass Nr. 261 GOÄ nicht im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose berechnet werden darf, für die Einbringung von Anästhetika (z. B. Analgetika und Hypnotika), Anästhesieadjuvantien (z. B. Muskelrelaxantien) und Anästhesieantidoten (z. B. Naloxon). Alle nicht unter diese Gruppen fallenden Arzneimittel sind gesondert berechnungsfähig. Werden zum Beispiel zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems Medikamente über einen parenteralen Katheter injiziert, ist Nr. 261 GOÄ abzurechnen. Gleiches gilt unter anderem für die perioperative Verabreichung von Antibiotika. Das Medikament oder die Medikamente sind in der Rechnung zu benennen.

Zum Mehrfachansatz der Nr. 261 GOÄ wird in den Allgemeinen Bestimmungen des Kapitels C II. „Blutentnahmen, Injektionen, Infiltrationen, Infusionen …“ ausgeführt: „Die Leistungen nach den Nummern 252 bis 258 und 261 sind nicht mehrfach berechnungsfähig, wenn anstelle einer Mischung mehrere Arzneimittel bei liegender Kanüle im zeitlichen Zusammenhang nacheinander verabreicht werden.“ Die Nr. 261 GOÄ kann nur dann während einer Anästhesieleistung mehrfach berechnet werden, wenn die Injektionen zeitlich voneinander getrennt erfolgt sind.

Für die Verabreichung von narkoseunabhängigen Medikamenten via Medikamentenpumpe während einer Anästhesie gibt es einen Beschluss des Ausschusses „Gebührenordnung“ der Bundes­ärzte­kammer (4. Sitzung [Amtsperiode 2011/ 2015] am 19. März 2012): „Die Verabreichung von narkosenunabhängigen Medikamenten, z. B. Arterenol®, während einer Anästhesie mittels einer Medikamentenpumpe ist nicht nach Nr. 784 GOÄ analog (,Erstanlegen einer externen Medikamentenpumpe – einschließlich Einstellung sowie Beratung und Schulung des Patienten – gegebenenfalls in mehreren Sitzungenʻ, 275 Punkte) berechnungsfähig, insbesondere weil wesentliche Leistungsinhalte (Beratung und Schulung des Patienten) dieser Gebührenposition bei einem narkotisierten Patienten naturgemäß nicht erbracht werden können. … Die Abrechnung hat über die Nr. 261 GOÄ (,Einbringung von Arzneimitteln in einen parenteralen Katheterʻ) zu erfolgen.“ Der erhöhte Aufwand bei Einbringung eines Medikamentes via Medikamentenpumpe kann somit nur über die Wahl eines erhöhten Steigerungssatzes bei der Nr. 261 GOÄ abgegolten werden. Dr. med. Beate Heck

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