ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2019Antibiotikaresistenzen: Dringlich umdenken
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Der Thematik, zunehmende Resistenzen bei Antibiotika einzudämmen, können wir nicht dadurch beikommen, indem wir die Forschung fördern; „...Wir wollen die Pharmaindustrie anregen, neue Wirkstoffe zu entwickeln ...“, so Stella Kyriakides. Diese Ansatz ist eindeutig falsch, ... hat allenfalls einen nachgeordneten Charakter, wie die Zahlen der letzten Jahre immer wieder belegen.

Primärer Schwerpunkt wäre, die europäische und weltweite Tiermastindustrie davon abzubringen (bzw. zu verbieten), immer mehr Reserveantibiotika einzusetzen. (Das wird gerne verschwiegen und man lobt sich selbst, dass man weniger Antibiotika verfüttert habe, in Tonnen gemessen, aber bei dramatisch steigendem Anteil an Reserveantibiotika.)

Leider hat sich die Situation in keinster Weise verbessert. Hinzu kommt, dass seitens der Industrie und der Medien immer wieder so getan wird, als ob wir Ärzte an dieser Thematik steigender Resistenzen entscheidenden Anteil hätten (weil wir keine solche Reduktion der Mengen vorweisen können wie die Landwirtschaft).

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Da ich seit Jahren – auch im Auftrag der KBV – mit der Thematik multiresistenter Keime beschäftigt bin, sah ich mich „gezwungen“, Ihnen diese meine Einschätzung zu schreiben. Hier muss die neue EU-Kommissarin umdenken, dringlich. Die WHO hat sich mehrfach klar geäußert.

Dr. med. Michael P. Jaumann, 73033 Göppingen

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