ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2019Miguel Roberto Jorge: Für mehr Nähe zu den Patienten

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Miguel Roberto Jorge: Für mehr Nähe zu den Patienten

Dtsch Arztebl 2019; 116(46): A-2149 / B-1757 / C-1717

Korzilius, Heike

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Miguel Roberto Jorge, Foto: WMA
Miguel Roberto Jorge, Foto: WMA

Miguel Roberto Jorge (68) ist neuer Präsident des Weltärztebundes. Der Psychiater aus São Paulo, Brasilien, wurde Ende Oktober von der 70. Generalversammlung für ein Jahr gewählt. In den Mittelpunkt seiner Präsidentschaft will Jorge die sozialen Determinanten von Gesundheit und das vertrauensvolle Arzt-Patient-Verhältnis rücken. Letzteres ist seiner Ansicht nach mitentscheidend für eine gute Therapie. In den vergangenen Jahren seien Technik und Wissenschaft in der Medizin immer mehr in den Vordergrund gerückt. Ein guter Arzt sei aber mehr als ein guter „Mechaniker des Körpers“, sagte Jorge. Ein guter Arzt vereinige wissenschaftliche Expertise mit Empathie und der Nähe zu den Patienten. Dieser Aspekt der ärztlichen Tätigkeit komme in der Ausbildung häufig zu kurz, kritisierte der Psychiater. Das vertrauensvolle Arzt-Patient-Verhältnis sei ein fundamentaler Bestandteil der Gesundheitsversorgung, das es insbesondere gegen wirtschaftliche Interessen zu verteidigen gelte. In diesem Zusammenhang sprach sich Jorge auch für einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle aus. Seine Heimat Brasilien gehöre zu den 20 Ländern weltweit, in denen die Schere zwischen Arm und Reich am weitesten auseinanderklaffe. Und wer arm sei, sei in der Regel kränker und werde schlechter versorgt.

Jorge hat libanesische Wurzeln. Seine Großeltern wanderten 1912 nach Südamerika aus. Psychiater sei er gegen den Willen seines Vaters geworden. Der hätte ihn gerne als „richtigen“ Arzt auf dem Land gesehen. Seit 1986 ist Jorge Associate Professor an der Universität von São Paulo. Heike Korzilius

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