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Randnotiz: Dreimal IBM

Dtsch Arztebl 2019; 116(46): A-2107 / B-1727 / C-1687

Maybaum, Thorsten

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Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten schon eine elektronische Gesundheitsakte (eGA) an. Aus dieser eGA soll zum 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) werden, die allen Anforderungen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur genügen muss. Die Kassen arbeiten vielfach daran, diese Überführung sicherzustellen oder die ePA neu zu entwickeln. Der Gesetzgeber hatte zuletzt unmissverständlich klargemacht, dass er ein Funktionieren der ePA erwartet. Ebenso deutlich formulierte er die Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz. Da die Kassen das Know-how nicht haben, um die ePA zu entwickeln oder aufzubauen, suchen sie sich Partner aus der Industrie. Hinter den Kulissen wird gemunkelt, dass nur wenige Anbieter in der Lage seien, die Anforderungen an die ePA umsetzen zu können. Diese These mag stimmen oder nicht. Auffällig ist, dass kurz hintereinander drei Kassen auf denselben Anbieter setzten. So kündigte die Barmer Mitte Oktober an, den Aufbau ihrer ePA an IBM zu vergeben. Knapp eine Woche später zog die Hanseatische Krankenkasse (HEK) nach und kündigte an, die Wahl sei auf IBM als Dienstleister gefallen. Im November verkündete die Knappschaft bei der ePA die Kooperation mit IBM. Es mag Zufall sein, dass IBM in so kurzer Zeit dreimal den Zuschlag erhalten hat. Die hohen Anforderungen könnten damit tatsächlich zu einer Marktkonzentration führen. Zumal auch die TK bei der ePA auf IBM als Dienstleister setzen will. Ob das gut oder schlecht für die Zukunft der ePA ist, muss sich noch zeigen. Bei TK, Barmer, HEK und Knappschaft sind zusammen mehr als 22 Millionen Menschen gesetzlich krankenversichert.

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