ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2019Katarakt: Femtosekundenlaser und Phakoemulsifikation sind vergleichbar effektiv und sicher

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Katarakt: Femtosekundenlaser und Phakoemulsifikation sind vergleichbar effektiv und sicher

Dtsch Arztebl 2019; 116(46): A-2142 / B-1752 / C-1712

Gerste, Ronald D.

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Foto: Science Photo Library/Science Source DNA Illustrations
Foto: Science Photo Library/Science Source DNA Illustrations

Die Kataraktoperation, die operative Entfernung der meist altersabhängig getrübten Linse („Grauer Star“) und ihr Ersatz durch eine moderne Intraokularlinse (IOL), ist der häufigste Eingriff der operativen Medizin und erfolgt allein in Deutschland circa 900 000 Mal im Jahr. Die konventionelle Operationsmethode ist die Phakoemulsifikation, bei der die Linse nach minimaler Inzision per Ultraschall zerlegt und dann abgesaugt wird. Eine technisch ausgereifte Alternative – auch durch die Live-OCT-Bildgebung – ist die Kataraktchirurgie mit dem Femtosekundenlaser. Für die IOL-Implantation wird die Linsenkapsel mit dem Laser eröffnet (Kapsulotomie) und die Linse fragmentiert. Gegebenfalls erfolgt eine Hornhautinzision zur Korrektur eines Astigmatismus.

Die klinischen Ergebnisse sind mit beiden Methoden exzellent. Das belegt jetzt eine britische Studie, nach Angaben der Autoren die bislang größte randomisierte Vergleichsstudie der beiden Operationstechniken. Je 200 Patienten wurden per Phakoemulsifikation oder mit dem Femtosekundenlaser operiert. Das Durchschnittsalter lag in beiden Gruppen bei circa 70 Jahren. Die postoperative unkorrigierte Sehschärfe war am 4. Tag nach dem Eingriff in beiden Gruppen mit durchschnittlich 0,15 logMAR identisch. Das entspricht ungefähr einem klassischen Dezimalvisus von 0,7. Auch das verbliebene Rest-refraktionsdefizit war mit –0,14 und –0,12 Dioptrien vergleichbar. Bei wichtigen Sicherheitsparametern wie dem Rückgang der Endo-thelzelldichte an der Hornhaut und der mittleren Dicke der Fovea gab es ebenfalls keine Unterschiede. Nur bei der Häufigkeit einer hinteren Kapselruptur, einer intraoperativen Komplikation, war der Femtosekundenlaser mit 0 % deutlich besser als die Phakoemulsifikation mit 3 %.

Fazit: „Die bereits geringe Komplikationsrate der Kataraktoperation mit Phakoemulsifikation wird möglicherweise durch die optimierte, digitale Femtosekundenlasertechnologie weiter gesenkt“, kommentiert Prof. Dr. med. Burkhard Dick, Direktor der Universitätsaugenklinik Bochum. Dr. med. Ronald D. Gerste

Roberts HW, Wagh VK, Sullivan DL, et al.: A randomised controlled trial comparing femto-second laser–assisted cataract surgery versus conventional phacoemulsification surgery. J Cataract Refract Surg 2019; 45:11–20.

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