ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2019Sister-Mary-Joseph-Knoten

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Sister-Mary-Joseph-Knoten

Sister Mary Joseph nodule

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 798; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0798

Placke, Jan-Malte; Gratsias, Emmanouil; Dissemond, Joachim

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Ein 44-Jähriger Mann stellte sich mit einem schmerzlosen Knoten umbilikal vor (Abbildung). Der Knoten hatte einen Durchmesser von 2 cm und existierte seit zwei Monaten. Im Verlauf war er größenprogredient. Der Patient berichtete von einer seit zwei Jahren bestehenden primär biliären Cholangitis. Eine Biopsie zeigte histopathologisch ein Adenokarzinom. Durch die anschließenden weiterführenden Untersuchungen konnte die Erstdiagnose eines metastasierten cholangiozellulären Karzinoms gestellt werden. Trotz rascher Einleitung einer Chemotherapie ist der Patient im Verlauf gestorben. Das seltene Phänomen der umbilikalen Metastasen wurde wiederholt von der als Krankenschwester tätigen Nonne Mary Joseph Dempsey (1856–1939) beobachtet und an den Chefarzt der Abteilung W. J. Mayo, einen der Mitbegründer der Mayo Kliniken, berichtet. Er hat diesen Zusammenhang dann 1928 publiziert. In den meisten Fällen findet sich bei den als Sister-Mary-Joseph-Knoten bezeichneten umbilikalen Hautmetastasen ein zugrunde liegender gastrointestinaler, seltener ein genitourethraler Tumor. Die Metastasierung erfolgt meist über einen Schnittpunkt der tiefen und oberflächlichen Lymphabflusswege mit der umbilikalen Haut.

Dr. med. Jan-Malte Placke, Emmanouil Gratsias, Prof. Dr. med. Joachim Dissemond, Klinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Essen, Jan-Malte.Placke@uk-essen.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Placke JM, Gratsias E, Dissemond J: Sister Mary Joseph nodule. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 798. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0798

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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