ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2019Pränataldiagnostik: Katastrophale Fehlentscheidung
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Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) für die nichtinvasive Pränataldiagnostik (NIPD) als Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ist eine katastrophale Fehlentscheidung aus folgenden Gründen: – NIPD hat keine positiven therapeutischen Konsequenzen für das Ungeborene: eine Diagnostik ohne positive therapeutische Konsequenzen für den Patienten ist sinnlos und soll gar nicht erst zugelassen, geschweige denn als Leistung der GKV angeboten werden. Im Fall der NIPD ist, was viele übersehen, nicht die schwangere Frau, sondern das ungeborene Leben, also der Embryo bzw. Fetus, der Patient. Was sind die therapeutischen Konsequenzen der NIPD: entweder keine (dann ist eine NIPD nur vergeudetes Geld) oder aber negative, das heißt letztlich Tötung des behinderten Ungeborenen, positive Konsequenzen für das Ungeborene ergeben sich nicht! Das ist der entscheidende Punkt! Der Wunsch nach einem gesunden Kind ist zutiefst nachvollziehbar, aber keine Person, auch nicht die werdende Mutter/werdenden Eltern haben das Recht, einen ungeborenen Menschen mit Behinderung zu töten.

- NIPD führt zu „Exklusion vor Inklusion“: Oben genannte fatale Fehlentscheidung des G-BA fördert die – vielleicht ökonomisch gewollte – „Exklusion vor Inklusion“: die NIPD in der jetzigen Form wird als einzige therapeutische Konsequenz zur vermehrten Tötung von ungeborenen Menschen mit Behinderung führen, die wenigen, übrig gebliebenen Ungeborenen mit Behinderung werden dann inkludiert. Insofern ist das Argument des geringeren Fehlgeburtenrisikos durch NIPD scheinheilig: zwar geringeres Fehlgeburtenrisiko, dafür aber höheres Tötungsrisiko für das Ungeborene! Damit kein Missverständnis entsteht: sollte NIPD wirklich positive therapeutische Konsequenzen für das Ungeborene haben und zu keiner Tötung von ungeborenem Leben führen, dann wäre NIPD ethisch zu befürworten.

– NIPD ist unvereinbar mit dem Grundgesetz: Das Grundgesetz verpflichtet den Staat und somit auch den G-BA, das menschliche Leben zu schützen, auch das Ungeborene; das ungeborene Leben hat von der Zeugung an ein Recht auf Leben! Mögen die verantwortlichen Politiker, der G-BA und letztlich die Gesellschaft eine Kultur für das Leben – auch für ungeborene Menschen mit Behinderungen – schaffen und nicht das Gegenteil; es gilt das über alles stehende Grundgebot „Du sollst nicht töten“!

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Dr. med. Stefan Kiefersauer, 88662 Überlingen/Bodensee

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