ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2019Robert Koch-Institut: Zahl der HIV-Neuinfektionen leicht gesunken

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Robert Koch-Institut: Zahl der HIV-Neuinfektionen leicht gesunken

Dtsch Arztebl 2019; 116(47): A-2166 / B-1772 / C-1732

dpa; afp; KNA; Maybaum, Thorsten

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Der Anteil von HIVInfizierten, die mit speziellen Medikamenten gegen das Virus behandelt werden, nahm laut RKI in den vergangenen Jahren stetig zu und liegt inzwischen bei 93 Prozent. Foto: picture alliance/Phanie
Der Anteil von HIVInfizierten, die mit speziellen Medikamenten gegen das Virus behandelt werden, nahm laut RKI in den vergangenen Jahren stetig zu und liegt inzwischen bei 93 Prozent. Foto: picture alliance/Phanie

Im vergangenen Jahr haben sich weniger Menschen in Deutschland mit HIV infiziert. Nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die Zahl der Neuinfektionen bundesweit bei 2 400. Das seien hundert Fälle weniger als im Jahr zuvor, teilte das RKI kürzlich in Berlin mit Blick auf den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember mit. Die Zahlen werden jährlich neu errechnet, da HIV oftmals erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird. Sie sind nicht zu verwechseln mit den tatsächlich gemeldeten Neudiagnosen in Deutschland. Der Trend kommt nach Institutsangaben aus der wichtigsten Betroffenengruppe: Bei homo- und bisexuellen Männern sei die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen seit 2012 um gut ein Viertel auf nun 1 600 zurückgegangen. RKI-Präsident Lothar Wieler führt die sinkende Zahl an Neuinfektionen auf zielgruppenspezifische Testangebote und einen früheren Behandlungsbeginn zurück. „Dieser Weg sollte konsequent weiter umgesetzt werden, insbesondere durch eine weitere Verbesserung der Testangebote und die Gewährleistung des Zugangs zur Therapie für alle Menschen, die in Deutschland mit HIV leben“, sagte er. Auch die Empfehlung, sofort mit einer Behandlung zu beginnen, hat laut RKI offenbar zu dem Erfolg beigetragen. Insgesamt geht das Institut von 87 900 HIV-Infizierten in Deutschland aus, schätzungsweise 10 600 von ihnen wissen aber noch nichts davon. Dadurch könne das Virus unbeabsichtigt weitergegeben werden. Auch die Sterblichkeit sei bei späten Diagnosen höher. 2018 starben nach RKI-Angaben schätzungsweise 440 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion, seit Beginn der Epidemie in den 1980er-Jahren etwa 29 200. dpa/afp/kna/may

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