ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1996Türkei: Haftstrafe für kurdischen Arzt

POLITIK: Nachrichten - Ausland

Türkei: Haftstrafe für kurdischen Arzt

Pakop, Andreas

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LNSLNSLNSLNS BERLIN. Der Präsident der Ärztekammer Diyarbakir, der kurdische Arzt Seyfettin Kizilkan, ist von einem türkischen Gericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Wie die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) mitteilte, wird Kizilkan vorgeworfen, Mitglied der kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein.
Kritiker vermuten jedoch, daß dem Arzt sein Einsatz für die medizinische Versorgung von politisch Verfolgten im Südosten der Türkei zum Verhängnis wurde (vgl. Heft 26, "Blick ins Ausland"). Das Urteil wird nun von einem Berufungsgericht in Ankara überprüft. Damit bestehe noch Hoffnung auf einen Freispruch und eine Rehabilitation Kizilkans. Die Verhaftung Kizilkans hatte internationale Proteste ausgelöst. Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, hatte seine Freilassung gefordert. ap
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