ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2000Tumortherapie: Medikamentöse Therapie gewährleistet

SPEKTRUM: Leserbriefe

Tumortherapie: Medikamentöse Therapie gewährleistet

Dtsch Arztebl 2000; 97(6): A-285 / B-245 / C-229

Höffken, K.

Zur geplanten Novellierung der Arzneimittelrichtlinien:
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LNSLNS Mit großer Sorge haben die mit der medizinischen Betreuung von krebskranken Kindern und Erwachsenen in Deutschland betrauten Ärzte den Artikel 4.1 des Entwurfs der neuen Arzneimittelrichtlinien zur Kenntnis genommen. Die Deutsche Krebsgesellschaft teilt diese Sorge . . .
Eine Reihe der verfügbaren verkehrsfähigen Medikamente sind nicht für alle eingesetzten Indikationen nach Paragraph 40 AMG geprüft und zugelassen worden. Das betrifft auch die medikamentöse Tumortherapie - das Kernstück der onkologischen Versorgung. Die Chemotherapie krebskranker Kinder ist ein exemplarisches Beispiel hierfür.
Zytostatika, Supportiva und Hormone haben in den vergangenen Jahren ihr Leistungsspektrum bei der Tumorbehandlung deutlich erweitert. Dadurch sind die Heilungsraten angestiegen, die Überlebenszeit hat sich verlängert und die Lebensqualität verbessert. Hierzu hat in nicht unerheblichem Maße der auf der Basis des medizinischen Kenntnisstandes beruhende Einsatz von verkehrsfähigen antineoplastischen Medikamenten auch außerhalb der zugelassenen Indikationen - aber nach den Regeln der ärztlichen Kunst eingesetzt - beigetragen.
Die Deutsche Krebsgesellschaft ist auf der Grundlage von Gesprächen und Korrespondenzen mit der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin zuversichtlich, dass die medikamentöse Tumortherapie mit verkehrsfähigen Medikamenten sowohl im ambulanten wie stationären Bereich auf der Basis von wissenschaftlichen Evidenzen gewährleistet bleibt. Durch die ausnahmslose Anwendung von Artikel 4.1 der Novellierung der Arzneimittelrichtlinien wären krebskranke Kinder und ein Großteil von erwachsenen Tumorpatienten unterversorgt. Das kann der Gesetzgeber nicht wollen. Die Deutsche Krebsgesellschaft wird deshalb in Absprache mit dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium eine Indikationsliste für verkehrsfähige Medikamente
erstellen, die aufgrund des zertifizierten medizinischen Kenntnisstandes unverzichtbar für die Krebsbehandlung sind. Unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft sind alle klinisch-wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Krebsgesellschaft, die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie sowie die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie beteiligt, um diese Liste zu erarbeiten. Eine derartige "Arzneimittel-Leitlinie für die Onkologie" stellt gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Onkologie dar . . .
Prof. Dr. K. Höffken, Deutsche Krebsgesellschaft e.V., Paul-Ehrlich-Straße 41, 60596 Frankfurt/Main
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