ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2019Randnotiz: Vorbild Griechenland

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Randnotiz: Vorbild Griechenland

Dtsch Arztebl 2019; 116(48): A-2215 / B-1815 / C-1767

Maybaum, Thorsten

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Eigentlich gibt es in Griechenland schon seit 2010 strikte Rauchverbote. Doch die Finanzkrise hatte den griechischen Rauchern – und das sind mit mehr als 35 Prozent der Bevölkerung nicht wenige – diesbezüglich eine Schonfrist beschert. Sorgte sie doch dafür, dass die griechische Regierung andere Prioritäten setzen musste. Doch nun erinnert sich die Regierung wieder an das damals beschlossene Verbot und macht sich an die Umsetzung. Bis 2023 wolle man „eine Reduzierung des Rauchens um 25 Prozent erreichen“, verkündete der konservative Premier Kyriakos Mitsotakis kürzlich bei einer Veranstaltung des griechischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums, wie Agenturen mitteilten. Anschließend habe er per Twitter klargestellt: „Der Feind ist das Rauchen, nicht die Raucher.“ Die angekündigten Strafen haben es demnach in sich. Wer in Kindergärten, auf Spielplätzen oder im Innenbereich von Gesundheitsdienstleistern beim Rauchen ertappt wird, soll 200 Euro bezahlen. Wer als Autofahrer ein Kind unter zwölf Jahren dabei hat und raucht, soll 3 000 Euro zahlen müssen. Die Strafen sind nicht nur an Privatpersonen adressiert. Auch Betriebe, Bars, Clubs und Kneipen sollen je nach Größe zwischen 500 und 10 000 Euro Strafe bezahlen, wenn sie das erste Mal dabei erwischt werden, das Rauchverbot nicht umzusetzen. Die Summen sollen bei weiteren Vergehen steigen und über die vorläufige Schließung des betreffenden Etablissements bis hin zum Entzug der Lizenz reichen. Setzt Griechenland das um, wäre das ein Vorbild für Deutschland. Realistisch ist das nicht. Hierzulande ist ja nicht einmal eine Einigung auf ein Tabakwerbeverbot möglich.

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