SUPPLEMENT: Perspektiven der Pneumologie & Allergologie

Editorial

Dtsch Arztebl 2019; 116(49): [3]

Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

Die European Respiratory Society (ERS) macht Ernst: Pneumologen, die ab Januar 2020 (immer noch) mit Herstellern von E-Zigaretten zusammenarbeiten, werden von der Fachgesellschaft ausgeschlossen und dürfen nicht mehr auf ERS-Kongressen sprechen. Diese Sanktionen sind die konsequente Umsetzung der Warnungen deutscher und europäischer Lungenärzte vor dem Gebrauch von E-Zigaretten als Hilfsmittel für Personen, die mit dem Rauchen aufhören wollen.

Wer von der herkömmlichen Tabakzigarette auf die E-Zigarette umsteige, ersetze lediglich eine Sucht durch eine andere, so die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Zudem ließen sich die Langzeitfolgen des Konsums von E-Zigaretten zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht umfassend abschätzen (siehe Artikel in dieser Ausgabe).

Doch E-Zigaretten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Der Umsatz in Deutschland stieg zwischen 2010 und 2017 von 5 auf 600 Millionen Euro. Die Politik diskutiert derweil, ob ein umfassendes Verbot von Tabakwerbung etabliert werden sollte, obwohl die von Deutschland ratifizierte WHO-Tabakrahmenkonvention (FCTC) genau dies vorschreibt. Im Vergleich zu anderen Staaten wirkt das halbherzig: In 20 Ländern sind E-Zigaretten schon verboten – zum Beispiel in Indien, Brasilien, Singapur, Mexiko und Thailand.

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote