ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2019Randnotiz: Vorbildfunktion bringt nichts

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Randnotiz: Vorbildfunktion bringt nichts

Dtsch Arztebl 2019; 116(49): A-2277 / B-1869 / C-1817

Maybaum, Thorsten

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Eltern können sich als Vorbild für ihre Kinder in Sachen gesunder Ernährung so lang machen, wie sie wollen. Es nutzt am Ende doch nichts – zumindest, wenn die Kinder Fast-Food-Werbung (von McDonald’s) sehen, ist diese offenbar stärker als das „Vorbild Eltern“. Das zeigt eine Untersuchung, die im Journal Appetite (doi 10.1016/j.appet.2019.05.012) erschienen ist. Bei den Ergebnissen war den Forschern McDonald’s besonders aufgefallen. Die Fast-Food-Kette war für mehr als 70 Prozent der ausgespielten Werbung verantwortlich und ebenso für den größten Teil des Fast-Food-Konsums. Für die Arbeit hatten die Forscher des Dartmouth College bei 624 Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren und je einem Elternteil über ein Jahr verfolgt, inwieweit das Fernsehverhalten mit dem Fast-Food-Konsum in Zusammenhang steht. Dabei wurde erfasst, welche Sender die Kinder sahen und welche Schnellrestaurants besucht wurden. Aus einer Datenbank konnte die im Sender ausgespielte Werbung mit dem Essverhalten abgeglichen werden. Ergebnis: Zum einen verdoppelte sich der Fast-Food-Konsum in Familien, in denen Eltern selbst wenig Fast Food essen, nachdem die Kinder entsprechender Werbung ausgesetzt waren. Zum anderen war der Konsum mehr als doppelt so hoch, wenn Eltern selbst mehrfach im Monat Fast Food aßen. Dieser Effekt wurde von der Werbung nicht nennenswert beeinflusst. Wissenschaftlich klingt das alles in allem so: Die „Resultate zeigen, dass protektive Einflüsse restriktiver elterlicher Fast-Food-Essgewohnheiten von der kindlichen Exposition durch Fast-Food-Werbung überschrieben werden.“

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