ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2019Oberschenkelhalsbruch: Neue Richtlinie schreibt schnelle Operation vor

AKTUELL

Oberschenkelhalsbruch: Neue Richtlinie schreibt schnelle Operation vor

Dtsch Arztebl 2019; 116(49): A-2280 / B-1870 / C-1818

Hillienhof, Arne; SB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Mehr als 400 000 alterstraumatologische Frakturen werden in Deutschland jährlich stationär behandelt. Foto: praisaeng/iStock
Mehr als 400 000 alterstraumatologische Frakturen werden in Deutschland jährlich stationär behandelt. Foto: praisaeng/iStock

Krankenhäuser sind zukünftig verpflichtet, Patienten mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur innerhalb von 24 Stunden zu operieren, sofern ihr Allgemeinzustand dies zulässt. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossen. Laut G-BA ist eine frühzeitige Operation für die Heilungschancen ein wesentliches Kriterium. Die verbindlichen Standards zu Struktur, Personal und Verfahrensabläufen sollen dabei helfen, den typischen Hindernissen, die einer operativen Versorgung der Patienten innerhalb von 24 Stunden erfahrungsgemäß oftmals entgegenstehen, zu begegnen. Wie der G-BA betonte, zeigt der Qualitätsreport des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) seit Jahren Qualitätsmängel bei der präoperativen Verweildauer bei der Versorgung einer hüftgelenknahen Femurfraktur. Es gäbe es bundesweit einen besonderen Handlungsbedarf.

Die neue Richtlinie sieht deshalb vor, dass von den Krankenhäusern verbindliche, interdisziplinär abgestimmte, schriftliche und jederzeit verfügbare Standardabläufe (Standard Operating Procedures – SOP) einzuführen sind. Die SOP müssen dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens entsprechen. Darüber hinaus müssen die Kliniken den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen nachweisen, ob sie die Mindestanforderungen der Richtlinie erfüllen. Kann ein Krankenhaus einzelne Mindestanforderungen länger als 48 Stunden nicht einhalten, muss dies den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen unverzüglich angezeigt werden. Dann darf die Versorgung von Patienten mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur in der Einrichtung über die Diagnostik und Erstversorgung hinaus nicht erfolgen. Vorgesehen ist auch, dass ein Krankenhaus, das die Mindestanforderungen nicht erfüllt, keinen Vergütungsanspruch besitzt. Der Beschluss soll nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Juli 2020 in Kraft treten. hil/sb

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 12. Dezember 2019, 19:18

Falsche Abbildung, falsche Überschrift!

1. Die Abbildung zeigt keinesfalls einen Patienten mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur, sondern eine Femur-Schaft-Fraktur (Oberschenkelschaftbruch).
2. Nur medizinische Laien verwenden den Begriff "Oberschenkelhalsbruch": Da es an beiden Unterschenkelknochen re und li keinen Hals gibt, ist der deutsche Ausdruck Schenkelhalsbruch oder Schenkelhalsfraktur bzw. Fraktur am Collum femoris zielführender. Doch das ist leider gar nicht abgebildet.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema