ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2019Videorasterstereografie: Keine Alternative zum Röntgen bei Skoliose

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Videorasterstereografie: Keine Alternative zum Röntgen bei Skoliose

Hillienhof, Arne; SB

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Bei Skoliose ist das Röntgen weiterhin alternativlos. Foto: Science Photo Library/Zephyr
Bei Skoliose ist das Röntgen weiterhin alternativlos. Foto: Science Photo Library/Zephyr

Ob sich in der Verlaufskontrolle bei Patienten mit Skoliose die Videorasterstereografie als Alternative zum Röntgen eignet, lässt sich nicht genau feststellen. Das geht aus einer Bewertung hervor, die die Universität Duisburg-Essen im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellt hat. Die Recherchen führten zu vier Studien, die zeigten, dass die Messwerte zur Verkrümmung der Wirbelsäule zwischen Videorasterstereografie und Röntgen nicht gut übereinstimmen. „Offen bleibt aber, ob die Abweichungen so groß sind, dass sie zu falschen Entscheidungen führen, also zum Beispiel eine Behandlung zu spät beginnt“, heißt es von den Forschern. Sie fanden auch keine Studien, in denen das Verhältnis der Kosten zum Nutzen untersucht wurde. Auf Basis der vorliegenden Studien ließe sich daher nicht sagen, ob die Videorasterstereografie in der Verlaufskontrolle ein gleichwertiger Ersatz für Röntgenuntersuchungen sei. Für Patienten mit idiopathischer Skoliose wäre es laut IQWiG aber durchaus von Vorteil, wenn das Röntgen durch die strahlungsfreie Alternative ersetzt werden könnte. Deshalb sollten die offenen Fragen zum medizinischen Nutzen der Untersuchung durch geeignete Studien beantwortet werden. hil/sb

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