ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2019Arzneimittel: Kampagne ruft zum Melden von Nebenwirkungen auf

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Arzneimittel: Kampagne ruft zum Melden von Nebenwirkungen auf

Hillienhof, Arne

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Arzneimittelbehörden verschiedener Länder haben Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Patienten in einer gemeinsamen Kampagne aufgerufen, Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen zu melden. Der Fokus der Kampagne, an der sich in Deutschland das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beteiligen, liegt auf der Polypharmazie. Sie informiert unter anderem mit kurzen Animationsfilmen und mit Infos über Twitter zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen. „Um mögliche Risiken von Arzneimitteln früh identifizieren zu können, spielen die Meldungen eine große Rolle“, betonte BfArM-Präsident Karl Broich. Bei der Auswertung dieser Daten werde künstliche Intelligenz immer stärker an Bedeutung gewinnen, beispielsweise, um die Qualität der Meldungen automatisch zu bewerten. „Häufig ist den Menschen nicht bewusst, dass Arzneimittel sich gegenseitig beeinflussen oder ihre Kombination unerwünschte Reaktionen hervorrufen kann“, sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek. Je mehr Arzneimittel für unterschiedliche Krankheiten Patienten einnähmen, desto mehr sollten sie darauf achten, ob neue Symptome auftreten würden – und diese als Verdacht einer Nebenwirkung an die Behörden melden. Große Datenmengen seien eine Voraussetzung, um das Nutzen-Risiko-Profil von Arzneimitteln präziser einzuschätzen, betonte er. BfArM und PEI stellen daher unter www.nebenwirkungen.pei.de ein Meldeportal bereit. Die Meldungen gelangten somit in die zentrale Europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen. Mit dieser Datenbank stehe ein umfangreicher Datenpool zur Verfügung, der es erlaube, Arzneimittelrisiken europaweit zu überwachen, hieß es. Vorhandene Arztbriefe oder Krankenhausberichte sollten der Meldung grundsätzlich beigefügt werden. hil

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