ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2019Universitätsmedizin: An der Spitze nur wenige Ärztinnen

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Universitätsmedizin: An der Spitze nur wenige Ärztinnen

Dtsch Arztebl 2019; 116(49): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: Portra/iStock
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Der Frauenanteil in Führungspositionen in der Universitätsmedizin hat sich in den letzten drei Jahren zwar leicht erhöht, doch er verharrt weiterhin auf niedrigem Niveau. So ist er von 10 Prozent im Jahr 2016 auf 13 Prozent in diesem Jahr gestiegen. Das ist das Ergebnis eines Studien-Updates des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB).

„Bei unverändertem Tempo wird eine Parität zwischen Frauen und Männern erst in etwa 32 Jahren erreicht sein“, kommentierte die Vize-Präsidentin des DÄB und Leiterin der Studie, Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk, das Ergebnis. Das bedeute, dass Männer sowohl Ausbildung und Therapiekonzepte als auch die medizinische Meinungsbildung voraussichtlich bis zum Jahr 2051 prägen werden. Aus ihrer Sicht bleibt unklar, was genau die Ursachen für den geringen Frauenanteil sind. Denn qualifizierter Nachwuchs sei vorhanden.

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Den Ergebnissen zufolge ist der Frauenanteil in den einzelnen Fächern sehr unterschiedlich. Die Fächer der Seelischen Gesundheit verzeichnen einen Frauenanteil von 25 Prozent, gefolgt von der Kinderheilkunde mit 21 Prozent. Nur drei Prozent gibt es in der Urologie und der Orthopädie. In den Universitätskliniken Berlin und Dresden beträgt der Anteil an Frauen in Spitzenpositionen inzwischen 23 Prozent, gefolgt von Frankfurt am Main, Freiburg und Münster mit 21 Prozent. Schlusslichter mit keiner einzigen Frau in einer Spitzenposition der evaluierten klinischen Fächer sind Magdeburg, Würzburg und Homburg.

Der Deutsche Ärztinnenbund hatte das Umfrage-Update initiiert, um zu klären, inwieweit Unterstützungsangebote für entsprechend qualifizierte Ärztinnen in den letzten drei Jahren erfolgreich waren. Dazu gaben die Dekanate von 13 klinischen Fächern und zwei Instituten, die an allen Universitätskliniken vertreten sind, erneut die Zahlen von Frauen und Männern in Führungspositionen und Stellen mit Leitungsfunktion an. Die beiden Erhebungen wurden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. sg

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