ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2019Schule: Lehrer sehen Zunahme psychischer Auffälligkeiten

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Schule: Lehrer sehen Zunahme psychischer Auffälligkeiten

PP 18, Ausgabe Dezember 2019, Seite 532

dpa

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Auch Mobbing ist zunehmend ein Thema in den Schulen. Foto: oksix/stock.adobe.com
Auch Mobbing ist zunehmend ein Thema in den Schulen. Foto: oksix/stock.adobe.com

Mobbing, Schulstress und psychische Belastungen: Der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) hat mehr Aufmerksamkeit für die psychische Gesundheit von Schülern angemahnt. „Psychische Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter nehmen zu, ihr Anteil liegt bei über 20 Prozent. Darauf müssen wir reagieren“, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Nötig seien „multiprofessionelle Teams im Unterricht“. Es brauche zudem zusätzliche Beratungslehrer, Schulpsychologen und Sozialarbeiter.

Auch die Anzahl der Lehrer mit psychischen Erkrankungen sei besorgniserregend. Dies sei ein deutliches Signal, „dass die Arbeitsbelastung auf vielen Ebenen deutlich zugenommen hat“. Ein Grund dafür sei, dass Lehrer immer mehr Aufgaben übernehmen müssten. „Die Zeiten, in denen Lehrkräfte nur noch unterrichten, sind längst vorbei“, sagte die BLLV-Präsidentin. Auch Schulsozialarbeiter beobachten vielerorts eine Zunahme von psychischen Problemen und Mobbing bei Schülern. Dabei sei der Umgang mit digitalen Medien ein großes Thema, sagte Claudia Seibold vom Kooperationsverbund Schulsozialarbeit. Gerade Mobbing verlagere sich immer mehr in den virtuellen Raum. Die Opfer reagierten häufig damit, dass sie sich stark zurückzögen. Auch komme es vor, dass Mitschüler in der Umkleidekabine gefilmt und die Videos geteilt werden. „Es hat sich sehr viel getan“, resümierte Seibold mit Blick auf den Ausbau der Sozialarbeit an Schulen in Deutschland. Dennoch beklagte sie einen Flickenteppich, was die rechtlichen Regelungen und die Ausstattung in den einzelnen Bundesländern betrifft. „Unsere Forderung ist ganz klar, dass es an jeder Schule und für alle Schüler zugänglich Schulsozialarbeit geben muss.“ Derzeit sei mitunter noch ein Sozialarbeiter für mehrere Schulen zuständig oder habe nur eine halbe Stelle. dpa

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