ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2019Schlafstörungen: Fachgesellschaft bemängelt Unterversorgung

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Schlafstörungen: Fachgesellschaft bemängelt Unterversorgung

PP 18, Ausgabe Dezember 2019, Seite 533

Hillienhof, Arne

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Rund fünf bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland sind von Einund Durchschlafstörungen betroffen. Foto: terovesalainen/stock.adobe.com
Rund fünf bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland sind von Einund Durchschlafstörungen betroffen. Foto: terovesalainen/stock.adobe.com

Auf eine Unterversorgung von Menschen mit Insomnien hat die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hingewiesen. Dabei handelt es sich um Ein- oder Durchschlafstörungen, die mindestens einen Monat bestehen und bei den Betroffenen zu einer beeinträchtigten Leistungsfähigkeit führen können. Laut DGSM betrifft dies rund fünf bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland. „Es besteht das Risiko für psychische und körperliche Folgeerkrankungen, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, hieß es aus der DGSM. Die Leitlinie der Fachgesellschaft empfiehlt als Therapie eine kognitive Verhaltenstherapie für Insomnien (KVT-I) in vier bis acht Sitzungen. Diese Behandlung sei sehr effektiv und könne auch bei Menschen mit chronischen Schlafstörungen die Symptomatik verbessern. „Leider erhält nur ein Bruchteil der Betroffenen die KVT-I, vor allem, da es zu wenige Therapeuten gibt, die diese Behandlung anbieten“, bedauerte die DGSM.

Die Fachgesellschaft beteilige sich daher an einem Projekt namens „GET Sleep – Stepped Care Modell für die Behandlung von Schlafstörungen“, das der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) mit 6,1 Millionen Euro fördert. Ziel des Projekts ist es, die Versorgungsqualität für Menschen mit Insomnien mithilfe von Hausärzten und einem telemedizinischen Behandlungsangebot auf Basis der KVT-I zu verbessern. hil

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