ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2019Bürokratie: Liste „verrückter“ Realitäten
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Danke für den Artikel. Und um die Liste der wahrlich „verrückten” Realitäten und Stressoren der Therapeuten noch zu verlängern, sei angeführt, dass: wir gegenüber einer Reihe von Gutachtern in den Berichten nicht beschreiben beziehungsweise benennen dürfen, was wir in durchaus aktuellen und akkreditierten Fortbildungen gelernt haben und anwenden möchten, weil wir dann Gefahr laufen, eine Antwort/Ablehnung zu erhalten, mit der Begründung, dass diese Methoden oder Verfahren keine Richtlinienpsychotherapie wären ...

Weiteres Beispiel: Uns Therapeuten wird wiederholt vorgeworfen, zum Beispiel von Krankenkassenvertretern, dass wir uns die „Rosinen” unter den Patienten
rauspicken, dann aber keine Verlängerungen bei selten, aber dennoch vorkommenden Fällen mit „schweren” Diagnosen in der Langzeittherapie (über 80 Sitzungen hinaus) bekommen, zumindest in der Verhaltenstherapie, obwohl es notwendig ist und ökonomisch sinnvoll. Aktuell ist dies zum Beispiel in meiner Praxis bei einer jungen, überaus motivierten Patientin so, mit den Diagnosen Asperger-Syndrom und Posttraumatische Belastungsstörung. Wie es mit der Psychotherapie nach Ablauf der letzten bewilligten Sitzungen weitergehen soll, steht in den Sternen ... Beantragt ist, als Notlösung, eine stationäre Psychotherapie. Und danach?

Ich frage mich an dieser Stelle: Gibt es eigentlich auch eine Höchstverschreibungsgrenze für Antidepressiva?

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Der Verweis einiger Gutachter auf die Gesprächsziffer 23220 mutet nicht selten bei Ablehnung des Fortführungsantrages zynisch an, zumal ich keine/n Kollegen/-in kenne, der/die diese Ziffer nicht kennen würde (weswegen sich der Verweis darauf erübrigen dürfte) und auch um die schlechte Honorierung weiß.

Derartige Hürden und Erfahrungen verleiden sicherlich nicht nur mir die Arbeit.

Dipl-Psych. Rita Haring, 49078 Osnabrück

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