ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2019Kondylendestruktion bei 8-jährigem Mädchen nach Osteochondrosis dissecans

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Kondylendestruktion bei 8-jährigem Mädchen nach Osteochondrosis dissecans

Condylar destruction in an 8-year-old girl after osteochondritis dissecans

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 857; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0857b

Goebel, Lars; Kohn, Dieter; Grün, Ulrich

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Kernspintomografie, T2 TIRM-Sequenz, sagittale Rekonstruktion: Das Dissekat (#) ist vollständig durch Gelenkflüssigkeit vom posterolateralen Femurkondylus separiert (Pfeile), Insert: Makroskopie des Dissekats
Kernspintomografie, T2 TIRM-Sequenz, sagittale Rekonstruktion: Das Dissekat (#) ist vollständig durch Gelenkflüssigkeit vom posterolateralen Femurkondylus separiert (Pfeile), Insert: Makroskopie des Dissekats
Abbildung
Kernspintomografie, T2 TIRM-Sequenz, sagittale Rekonstruktion: Das Dissekat (#) ist vollständig durch Gelenkflüssigkeit vom posterolateralen Femurkondylus separiert (Pfeile), Insert: Makroskopie des Dissekats

In unserer Poliklinik wurde ein 8-jähriges Mädchen vorgestellt, das seit 18 Monaten an Blockaden und Schwellneigung des rechten Kniegelenks litt. Eine zeitnahe Abklärung war durch die Eltern trotz dringlicher Empfehlung des niedergelassenen Orthopäden nicht erfolgt. Röntgenbilder des Kniegelenks zeigten einen großen sowie mehrere kleine knochendichte Fragmente in Projektion auf das posterolaterale Gelenkkompartiment. Eine Kernspintomografie sicherte die Diagnose einer den gesamten posterolateralen Femurkondylus betreffenden Osteochondrosis dissecans (Inzidenz am Kniegelenk: 3–6/10 000, Altersgipfel: zweites Lebensjahrzehnt) mit freiem Dissekat (Grad IV), ausgeprägten osteochondralen Defekten und freier Gelenkkörper (Abbildung). Arthroskopisch zeigte sich eine schwere generalisierte Synovialitis. Multiple freie Gelenkkörper konnten arthroskopisch geborgen werden, das große Knorpelknochenfragment wurde per Miniarthrotomie (Insert) entfernt. Da eine Refixation des Kondylenfragments nicht möglich war, erfolgte eine Mikrofrakturierung zur Induktion einer Reparaturknorpelbildung. Die Patientin befindet sich aktuell in unserer Nachsorge. Schmerzen oder eine Schwellneigung werden nicht mehr beklagt. Ebenso wird über keine Instabilität, insbesondere bei Beugung, berichtet.

Dr. med. Lars Goebel, Prof. Dr. med. Dieter Kohn, Dr. med. Ulrich Grün,
Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar, lars.goebel@uks.eu

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Goebel L, Kohn D, Grün U: Condylar destruction in an 8-year-old girl after osteochondritis dissecans. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 857. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0857b

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Kernspintomografie, T2 TIRM-Sequenz, sagittale Rekonstruktion: Das Dissekat (#) ist vollständig durch Gelenkflüssigkeit vom posterolateralen Femurkondylus separiert (Pfeile), Insert: Makroskopie des Dissekats
Kernspintomografie, T2 TIRM-Sequenz, sagittale Rekonstruktion: Das Dissekat (#) ist vollständig durch Gelenkflüssigkeit vom posterolateralen Femurkondylus separiert (Pfeile), Insert: Makroskopie des Dissekats
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Kernspintomografie, T2 TIRM-Sequenz, sagittale Rekonstruktion: Das Dissekat (#) ist vollständig durch Gelenkflüssigkeit vom posterolateralen Femurkondylus separiert (Pfeile), Insert: Makroskopie des Dissekats

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