ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2019Zu wenige Klinikmitarbeiter gegen Influenza geimpft

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Zu wenige Klinikmitarbeiter gegen Influenza geimpft

Dtsch Arztebl 2019; 116(50): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: picture alliance/Bildagentur-online
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In deutschen Krankenhäusern lassen sich zu wenige Mitarbeitende gegen Influenza impfen. Zu diesem Schluss kommt das Robert Koch-Institut (RKI) in einer Onlinebefragung, an der insgesamt 171 Kliniken mit 27 164 Mitarbeitenden teilgenommen haben. In der Saison 2018/19 war demnach nur gut jeder zweite Beschäftigte (52 Prozent) gegen Influenza geimpft. Mit seinem neuen Monitoring-Tool will das RKI Erkenntnisse über die Influenza-Impfquoten des Klinikpersonals gewinnen und zeitliche Entwicklungen und Trends abbilden.

Weitere Ergebnisse: Unterschiede gibt es zwischen den Berufsgruppen. So war die Impfquote in der Ärzteschaft (76 Prozent) höher als beim Pflegepersonal (46 Prozent) oder den anderen Berufsgruppen, wie Verwaltungsmitarbeitenden, Laborpersonal, therapeutischen Berufen oder dem medizinisch-technischen Dienst (48 Prozent). Als Grund für eine Nichtinanspruchnahme der Influenza-Impfung nannten die Ärzte vor allem organisatorische Gründe, während das Pflegepersonal ein eher fehlendes Vertrauen in die Impfung beklagte.

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Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Grippe-Saisons ist die Impfquote zwar von 39 Prozent auf 52 Prozent gestiegen. Doch führt das RKI diesen Anstieg auf die besonders schwere Influenza-Saison 2017/18 mit vielen Erkrankungsfällen und damit einhergehenden Personalengpässen auch in Krankenhäusern zurück. Zudem übernehmen erst ab der Saison 2018/19 alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit Januar 2018 empfohlenen quadrivalenten Influenza-Impfstoff. Aus Sicht des RKI kann auch dies ein Anreiz für die stärkere Inanspruchnahme der Impfung gewesen sein.

Die STIKO empfiehlt medizinischem Personal die jährliche Influenza-Impfung zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der Patienten. Gesundheitspersonal habe durch die vielen Kontakte zu akut Erkrankten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Auch sei die Berufsgruppe eine Infektionsquelle für von ihnen betreute Patienten mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Krankheitsverläufe. sg

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