ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2019Osteoporose: Korrektur eines Irrweges
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... Es hat Jahrzehnte gedauert, bis eine Institution wie das IQWiG die Erkenntnis geschöpft hat, dass die Osteodensitometrie zur individuellen Diagnostik untauglich ist ...

Seit Jahrzehnten versuchte ich die richtige Interpretation der WHO-Empfehlung – auch dem IQWiG – deutlich zu machen. Dabei bin ich insbesondere bei den interessengesteuerten Mitgliedern des Dachverbandes der Osteologischen Gesellschaften (DVO) nicht auf Wohlgefallen gestoßen. Dieser münzte beratungsresistent mit einem untauglichen Score-System individuell stark fehlerbehaftete DXA-Messwerte zu einer Therapieempfehlung um. Das World Health Organisation (WHO) Collaborating Centre for Metabolic Bone Diseases mit John Kanis hat diesen Konflikt mit dem FRAX® Tool wesentlich besser gelöst. Eigene vergleichende Untersuchungen hinterfragen die Tauglichkeit eines solchen Systems, das zur Folge hat, dass im Vergleich zum WHO-Konzept fast dreimal so viele Kandidaten mit dem Rezeptblock versorgt werden. Dessen ungeachtet kann eine Methode, die teils krasse „Fehldiagnosen“ produziert, schlichtweg nicht valide sein. Deren Inauguratoren haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Osteodensitometrie nicht für eine individuelle Diagnostik geeignet ist, wohl aber im Rahmen von Studien zur Erhebung von statistischen Daten, beispielsweise der Fraktur-inzidenz oder der Wirksamkeit medikamentöser Interventionen. Das damals noch nicht existierende IQWiG korrigiert damit einen Irrweg, den ich bereits in den 90er-Jahren als Entwickler der pQCT und in beratender Tätigkeit im Unterausschuss des G-BA für Radiologie-Richtlinien zur Kenntnis nehmen musste.

Prof. Dr. med. Peter Schneider, 97980 Würzburg

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