ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2019Schwangerschaftsdiabetes: Für Risikokollektiv unverständlich
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Jeder Versuch, der übermäßigen Gewichtszunahme von Schwangeren mit den bekannten Risiken für Gestationsdiabetes, Gestationshypertonus, Ödemen und makrosomen Kindern mit den damit verbundenen Geburtsrisiken und Spätfolgen entgegenzuwirken, ist höchst verdienstvoll. Die vorgestellte Faktenbox zum Schwangerschaftsdiabetes wird diesem Ziel allerdings meiner Ansicht nach nicht gerecht. Sie wird dem Risikokollektiv, welches sie eigentlich erreichen sollte (Migranten, Schwangere aus sozial schwachen Verhältnissen) eher unverständlich bleiben. Bis auf die Senkung der Rate an Gestationshypertonie ist auch kein Nutzen für oder gegen eine Ernährungsberatung ersichtlich. Mir fehlen klare Hinweise zur praktischen Vorgehensweise.

In meiner Praxis sind Fälle von Gestationsdiabetes, Gestationshypertonie oder Präeklampsie seit Jahrzehnten eine absolute Rarität. Selbst Ödeme sind meist nur gering ausgeprägt. Die Gewichtszunahmen bewegen sich im physiologischen Bereich, die Geburtsgewichte der Neugeborenen ebenso. Dies erklärt sich mir mit drei wichtigen Schwerpunkten zur Ernährung, welche ich jeder Schwangeren mit auf den Weg gebe und auch hinterfrage: eiweißreiche Kost, kohlehydratarme Kost und so viel trinken, bis der Urin klar ist. Diese Vorgaben sind leicht zu erklären und entsprechend auch umzusetzen.

Dr. med. Michael Wetzig, 06179 Teutschenthal

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